{"id":3911,"date":"2019-09-12T15:54:03","date_gmt":"2019-09-12T13:54:03","guid":{"rendered":"https:\/\/ea-rlp.de\/?p=3911"},"modified":"2019-09-12T15:54:03","modified_gmt":"2019-09-12T13:54:03","slug":"szenarien-fuer-rheinland-pfalz-zwischen-dystopie-und-utopie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neu.ea-rlp.de\/index.php\/2019\/09\/12\/szenarien-fuer-rheinland-pfalz-zwischen-dystopie-und-utopie\/","title":{"rendered":"Szenarien f\u00fcr Rheinland-Pfalz: Zwischen Dystopie und Utopie"},"content":{"rendered":"\n<p>In zwei Szenarien beschreiben Experten beispielhaft, wie sich Digitalisierung und K\u00fcnstliche Systeme auf kommunales Leben auswirken k\u00f6nnten: einer utopischen Variante und einer dystopischen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"has-background has-very-light-gray-background-color\" style=\"padding-left: 45px; padding-right: 45px;\"><a href=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Auswirkung_K\u00fcnstliche_Systeme_2019_Web.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-3841\" style=\"width: 150px; float:right; margin-left: 45px;\" src=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/KI-Studie-Titelseite.jpg\" alt=\"\"><\/a><em>Dieser Beitrag ist ein Auszug aus der \u201eGutachterlichen Stellungnahme zu den Auswirkungen k\u00fcnstlicher Systeme und der Digitalisierung auf das kommunale Leben in Rheinland-Pfalz 2050\u201c. Die gesamte Studie steht unter <a href=\"https:\/\/ea-rlp.de\/earlpdigital2019\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><b>ea-rlp.de\/earlpdigital2019<\/b><\/a> zum Download als <a href=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Auswirkung_K\u00fcnstliche_Systeme_2019_Web.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><b>PDF<\/b> (88 Seiten, 18 MB)<\/a> bereit.<\/em><br><br>\n<a href=\"https:\/\/ea-rlp.de\/?p=3915\"><b>Auszug 1<\/b> \u2013 K\u00fcnstliche Intelligenz: Konzepte und Technologien<\/a><br>\n<a href=\"https:\/\/ea-rlp.de\/?p=3913\"><b>Auszug 2<\/b> \u2013 F\u00fcnf Beispiele: Chancen durch KI in Landwirtschaft, Gesundheit, Ehrenamt, Tourismus und Mobilit\u00e4t in RLP<\/a><br>\n<a href=\"https:\/\/ea-rlp.de\/?p=3911\"><b>Auszug 3<\/b> \u2013 Szenarien f\u00fcr Rheinland-Pfalz: Zwischen Dystopie und Utopie<\/a><br>\n<br>\n<a href=\"https:\/\/ea-rlp.de\/earlpdigital2019\">Zusammenfassung<\/a><br><br>\n<div class=\"wp-block-file aligncenter\"><a href=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Auswirkung_K\u00fcnstliche_Systeme_2019_Web.pdf\">Studie: Auswirkungen K\u00fcnstliche Systeme 2019<\/a><a href=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Auswirkung_K\u00fcnstliche_Systeme_2019_Web.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background has-very-light-gray-background-color\" style=\"padding-left: 45px; padding-right: 45px;\"><b>Autorinnen und Autoren:<\/b> Matthias Berg (Fraunhofer IESE), Christoph Giehl (Stadtsoziologie TU Kaiserslautern), Matthias Koch (Fraunhofer IESE), Martin Memmel (DFKI), Annette Spellerberg (Leitung; Stadtsoziologie TU Kaiserslautern), Ricarda Walter (Stadtsoziologie TU Kaiserslautern); unter Mitarbeit von: Steffen Hess, Andreas Jedlitschka, Michael Klaes, Dieter Lerner, Adam Trendowicz (Fraunhofer IESE).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Im Unterschied zu Science Fiction stellen Szenarien m\u00f6gliche Situationen in der Zukunft im Zusammenhang mit den Pfaden dar, die zu diesen Entwicklungen f\u00fchren. Da die Zu\u00adkunft grunds\u00e4tzlich offen und nicht prognostizierbar ist, haben Szenarien nicht den An\u00adspruch, ,,ein umfassendes und realistisches Bild der Zukunft darzustellen&#8220; (Bauer et al. 2018, 12). Szenarien bieten aber die M\u00f6glichkeit, denkbare Horizonte der zuk\u00fcnftigen Si\u00adtuation zu beschreiben, die zudem das Handeln widerspiegeln, das zu diesen Entwicklun\u00adgen gef\u00fchrt hat. Das Ziel der Szenario-Methode ist, Zukunftsvisionen zu entwerfen und zu beschreiben, die in sich koh\u00e4rent und stabil sind und sich gleichzeitig voneinander unter\u00adscheiden, um ein m\u00f6glichst breites Entwicklungsspektrum abzudecken. Der M\u00f6glichkeits\u00adraum und der sich darauf beziehende Diskussionsprozess werden dadurch ausgedehnt, ohne unwahrscheinlich oder absurd zu werden. Schon der Prozess des Entwerfens f\u00f6rdert Kreativit\u00e4t und ma\u00dfgebliche, konkrete Erkenntnisgewinne und Denkanst\u00f6\u00dfe. Um mit den Szenarien weiter verfahren zu k\u00f6nnen, ist es sinnvoll, neben der Stimmigkeit der Endsze\u00adnarien die f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Entwicklung bestimmenden Einflussfaktoren besonders her\u00adauszuarbeiten (Bauer et al. 2018, 12; Bienzeisler et al. 2016, Mietzner 2009, 95). <\/p>\n\n\n\n<p>Die Szenarien, die im Folgenden beschrieben werden, basieren auf den Er\u00adgebnissen eines Expertenworkshops mit dem Titel \u201eAuswirkungen k\u00fcnstlicher Systeme im Speziellen und der Digitalisierung im Allgemeinen auf das kommunale Leben in Rhein\u00adland-Pfalz im Jahr 2050&#8243;, der im Januar 2019 durchgef\u00fchrt wurde. Die daf\u00fcr eingeladenen Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen aus den Wissenschaftsdisziplinen Stadtsoziolo\u00adgie, experimentelles Software Engineering, K\u00fcnstliche Intelligenz, Raum- und Umweltpla\u00adnung und Technikfolgenabsch\u00e4tzung sowie aus der Praxis in diesen Bereichen. Da gro\u00dfe Teile des Bundeslandes Rheinland-Pfalz l\u00e4ndlich gepr\u00e4gt sind, sich viele der intelligenten Technologien bisher jedoch auf urbane Anwendungen beziehen, wurde dies bei der Aus\u00adwahl der Experten ber\u00fccksichtigt, von denen sich einige auf den l\u00e4ndlichen Raum spezia\u00adlisiert haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Ziel des Workshops war, Szenarien zu der Thematik \u201eVer\u00e4nderungen durch KI und Digitalisierung in Rheinland Pfalz&#8220; zu entwickeln. Die Szenarien sollten sich um das Jahr 2050 abspielen und konkrete Innovationen und Ver\u00e4nderungen beinhalten, die in ver\u00adschiedenen Lebensbereichen zu erwarten sind. Sie sollten sich sowohl auf den st\u00e4dti\u00adschen als auch auf den l\u00e4ndlichen Raum beziehen und jeweils utopisch wie auch dysto\u00adpisch ausformuliert werden. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/benjamin-davies-JrZ1yE1PjQ0-unsplash-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3943\"\/><figcaption>(Foto: Unsplash)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Welches sind die treibenden Kr\u00e4fte im Szenariofeld?  <\/h4>\n\n\n\n<p>Zu Beginn des Prozesses war es sinnvoll, jegliche Einflussfaktoren zu definieren, die eine wichtige Rolle in der Zukunftsvision \u201eRheinland-Pfalz 2050&#8243; spielen k\u00f6nnen. Anfangs wa\u00adren dies prim\u00e4r Technologien (KI, Roboter VR), w\u00e4hrend des Workshops kamen klimati\u00adsche und demografische Ver\u00e4nderungen dazu. Da das Szenariofeld sehr breit gefasst ist und nicht nur einen konkreten Lebensbereich ins Auge fasst, war es wichtig, zuvor zentrale Lebensbereiche und deren Entwicklungspotenziale in das Aufmerksamkeitsfeld der Teil\u00adnehmerinnen und Teilnehmer zu r\u00fccken. Beispiele f\u00fcr als relevant erachtete Bereiche und im Workshop genannte Entwicklungen sind u.a.: Mobilit\u00e4t (u.a. automatisierte Zahlungen), Arbeit und Wirtschaft (u.a. globale Ungleichheit nimmt zu, schwimmende Gew\u00e4chsh\u00e4user, Ende der Tierhaltung), Gesundheit und Pflege (vorausberechnete Lebensdauer), Verwal\u00adtung und Sicherheit (Mini-Wahlen, dominante B\u00fcrokratie), Politik und soziale Bewegungen (analog als neue soziale Bewegung). <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Wie k\u00f6nnten sich die Einflussfaktoren in der Zukunft entwickeln?<\/h4>\n\n\n\n<p>In diesem Schritt ist es zentral, aktuelle Tendenzen, vor allem die identifizierten Schl\u00fcssel\u00adEinflussfaktoren, in die Zukunft zu projizieren und die Folgen abzuleiten. Hierbei gilt es, \u00fcber die herrschende Realit\u00e4t hinaus zu denken. Exemplifiziert wird das in einer Trichter\u00adform, da ein Einflussfaktor zu sehr unterschiedlichen Entwicklungen f\u00fchren kann, zum Bei\u00adspiel zu dystopischen und utopischen, wie im hier dargelegten Fall.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"> Welche zuk\u00fcnftigen Entwicklungen des Szenariofeldes sind denkbar?<\/h4>\n\n\n\n<p>Hierf\u00fcr wurden die \u00fcberzeugendsten Ideen aus den Zukunftsprojektionen zu konkreten Szenarien verarbeitet. Im Workshop hatten die drei Gruppen jeweils die Aufgabe, ein Sze\u00adnario zu erarbeiten, das drei Lebensbereiche (z.B. Energie und Umwelt, Wohnen sowie Freizeit, Kultur und Tourismus), drei Technologien (smarte \u00d6kosysteme, AR, Data Mining) und drei Bev\u00f6lkerungsgruppen (Einwanderer, Geringverdiener, Familien) umfasst. Die in den Klammern genannten Beispiele betrafen Gruppe 2.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Wie h\u00e4ngen die Szenarien zusammen und welche Kr\u00e4fte wirken? <\/h4>\n\n\n\n<p>Die Antwort auf diese Frage wird in den folgenden Unterkapiteln gegeben, die die Ausar\u00adbeitungen eines utopischen und eines dystopischen Szenarios sowie anschlie\u00dfend eine Synthese beinhalten, aus der im Anschluss Handlungsimpulse abgeleitet werden. <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Szenario Utopie<\/h2>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Konkreter Rahmen<\/h4>\n\n\n\n<p>Die Vorausschau auf die utopische Situation im Jahr 2050 basiert auf einer durch Politik und Gesellschaft bewusst gesteuerten Transformation hin zu einer durch digitale Techno\u00adlogien und intelligente Algorithmen beeinflussten Welt. Insbesondere durch die \u00dcbertra\u00adgung von Kompetenzen auf supranationale Organisationen, die Verpflichtung zu Transpa\u00adrenz und die bewusste Abkehr von privatwirtschaftlichen \u00f6konomischen Prinzipien bei Ele\u00admenten der Daseinsvorsorge konnte es gelingen, den Einfluss monopolistischer und zent\u00adralistischer Strukturen einzud\u00e4mmen und eine Balance zwischen den Potenzialen und den Risiken des Einsatzes von K\u00fcnstlicher Intelligenz herzustellen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/dylan-gillis-1p99o5sVm3s-unsplash-1024x786.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3945\" width=\"512\" height=\"393\"\/><figcaption>(Foto: Unsplash)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Hierzu wurden f\u00fcr die Daseinsvorsorge relevante Infrastrukturen verstaatlicht. B\u00fcrger ha\u00adben volle Datenhoheit und bestimmen individuell und situationsspezifisch, wann und wel\u00adche Daten geteilt werden. Gest\u00fctzt wird diese neue Balance zwischen Potenzialen und Risiken durch neue Gesetze wie der Verpflichtung zu Transparenz und offenen Quell\u00adcodes f\u00fcr Dienste der \u00f6ffentlichen Verwaltung und der Daseinsvorsorge. Algorithmen wer\u00adden allgemein als \u00f6ffentliches Gut betrachtet. Zudem werden repr\u00e4sentativ zusammenge\u00adsetzte Gremien eingesetzt, die Algorithmen und neu eingef\u00fchrte Technologien hinsichtlich dieser Gesetzeslage sowie ethischer und moralischer \u00dcberlegungen bewerten und \u00fcber\u00adwachen.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch neue Formen von Arbeit, Mobilit\u00e4t und politischer Teilhabe kam es zu einem deut\u00adlichen Bedeutungsgewinn f\u00fcr den immer attraktiver gewordenen l\u00e4ndlichen Raum. Mit all den M\u00f6glichkeiten der Arbeitsgestaltung, Industrie 5.0, VR, AR und neuen Biotechnolo\u00adgien, den neuen Mobilit\u00e4tsformen, die den \u00f6ffentlichen Nahverkehr erg\u00e4nzen, und dem wieder erstarkten Gemeinschaftsgef\u00fchl in den D\u00f6rfern und Quartieren haben Klein- und Mittelst\u00e4dte mit Gro\u00dfst\u00e4dten im Hinblick auf ihre Attraktivit\u00e4t und Handlungschancen gleichgezogen. Es konnte in den neuen Regimen von transnationalen Strukturen und lo\u00adkalen Demokratien sowie mithilfe intelligenter Technologien (etwa bei der automatischen \u00dcbersetzung oder bei der Bev\u00f6lkerungsverteilung) auch gelingen, den durch Klimawandel und globale Migrationsbewegungen bedingten Bev\u00f6lkerungszuwachs derart zu steuern, dass trotz der gr\u00f6\u00dferen Vielfalt eine weltoffenere und tolerantere Gesellschaft entstanden ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine der Voraussetzungen hierf\u00fcr war, dass die Menschen ihre Art des Zusammenlebens, soweit m\u00f6glich, genossenschaftlich und kleinteilig organisiert haben (Quartiersgenossen\u00adschaft in der Stadt, Dorfgenossenschaften auf dem Land). Wohnraum ist mehrheitlich kein Privateigentum mehr, sondern im Besitz von Genossenschaften. Die Mehrfamilienh\u00e4user verf\u00fcgen teilweise nicht nur \u00fcber Wohnr\u00e4ume, sondern auch \u00fcber Arbeitszimmer, Co-Wor\u00adking Spaces und Hobbyr\u00e4ume (Sport, Produktionen aller Art, Tauschr\u00e4ume etc.). Die Ge\u00adb\u00e4ude werden zudem f\u00fcr vertikales Farming genutzt; sie produzieren nicht nur Nahrungs\u00admittel, sondern auch Energie und verarbeiten Regen- und Brauchwasser. Die Verteilung von Wohnraum, Rohstoffen und Energie wird durch eine KI nach Bedarf, aber auch nach individuellen Vorlieben gesteuert, wobei diese lediglich Vorschl\u00e4ge f\u00fcr die Genossen\u00adschaften und Orte unterbreitet.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf politischer Ebene werden D\u00f6rfer und Quartiere durch demokratisch legitimierte \u201eB\u00fcrgermeister&#8220; vertreten, die Entscheidungen auf Basis datengest\u00fctzter, rationaler Bewertun\u00adgen einer Verwaltungs-KI treffen. Sie sind in repr\u00e4sentative Gremien eingebunden, die sich, wie in den vorhergehenden Jahrzehnten, subsidi\u00e4r zueinander verhalten (Genossen\u00adschaft, Quartier bzw. Dorf etc.). Allerdings gibt eine KI Inputs, wie Gremien optimal zusam\u00admengesetzt sein k\u00f6nnen. Gemeindeverfassungen bleiben Kernelemente des kommuna\u00adlen Lebens; zudem verf\u00fcgen Gemeinden auf allen Ebenen \u00fcber mittels KI optimierte Geld\u00ad, Sach- und Personalressourcen. Verwaltungen sind, so diese f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Einheiten noch ben\u00f6tigt werden, komplett digitalisiert, Referate durch Organisationsteams ersetzt. Da Al\u00adgorithmen im Sinne der Transparenz \u00f6ffentlich sind, werden Entscheidungs- und Steue\u00adrungsprozesse insgesamt als egalit\u00e4rer und demokratischer eingesch\u00e4tzt als z.B. in den 2020er Jahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch die Zunahme der Produktivit\u00e4t durch Automatisierung in quasi allen Bereichen der Wertsch\u00f6pfung hat sich die allgemeine Arbeitszeit reduziert und das Arbeitsleben insge\u00adsamt flexibilisiert. Nicht-profitorientierte Elemente wie Genossenschaften, Commons, Col\u00adlaborating, Tausch und \u201eSharing&#8220; haben die Marktwirtschaft in erheblichem Umfang er\u00adg\u00e4nzt. Von der Gemeinschaft beschlossene Kernarbeitszeiten existieren nach wie vor, da diese auch einen sozialen Rahmen schaffen, der gemeinsame Kern- und Freizeiten er\u00adm\u00f6glicht. Horne Office, verschiedene Arbeitszeitmodelle im Lebenslauf und digitale No\u00admaden haben sich durchgesetzt. Durch die Arbeitszeitverk\u00fcrzung und ver\u00e4nderte Arbeits\u00adorganisationen und -t\u00e4tigkeiten wird insgesamt weniger zwischen Arbeitszeit, Sorget\u00e4tig\u00adkeiten, Engagement und Freizeit unterschieden. F\u00fcr ziviles Engagement wurde ein Sys\u00adtem in Form eines individuellen Gemeinschaftspunkte-Kontos geschaffen, in dem f\u00fcr die Genossenschaft bzw. die Gemeinschaft erbrachte Zeit registriert und verrechnet wird.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Szenario <\/h4>\n\n\n\n<p>Mathias M\u00fcller wacht ausgeruht in seinem Bett auf. Er hat sehr gut geschlafen, wie er es eigentlich jede Nacht tut. Er erinnert sich noch an fr\u00fcher, als er ein Teenager war, und sich morgens, aufgeschreckt durch den Klingelton seines Weckers zu &#8211; f\u00fcr seine Begriffe &#8211; unmenschlichen Uhrzeiten aus dem Bett qu\u00e4len musste. Zum Gl\u00fcck geh\u00f6ren diese Zeiten der Vergangenheit an, denn heute wird er, abgestimmt auf seinen nat\u00fcrlichen Biorhyth\u00admus, von leichten und sich immer schneller wiederholenden Vibrationen seines Kissens geweckt. Die modernisierten, ambienten H\u00e4user sind darauf eingestellt, das Wohlbefinden der Bewohner zum Beispiel durch farbliche, olfaktorische und haptische Reize zu maxi\u00admieren, ohne dabei die individuellen Bed\u00fcrfnisse der anderen Haushaltsmitglieder zu be\u00adeintr\u00e4chtigen. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/thom-holmes-J2e34-1CVVs-unsplash-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3947\" width=\"512\" height=\"342\"\/><figcaption>(Foto: Unsplash)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>F\u00fcr viele Aspekte seines t\u00e4glichen Lebens hat Mathias sich entschieden, sein Lieblings\u00admodell der lizenzierten Kl-basierten Assistenten zu verwenden. Dieser nutzt einen Algo\u00adrithmus, der auf seine Physiologie und seine Pl\u00e4ne f\u00fcr den Tag abgestimmt ist, um unter anderem seine optimale Aufstehzeit zu bestimmen. Um diese Informationen zur Verf\u00fc\u00adgung zu stellen, hat Mathias dem Assistenten Zugriff auf seine pers\u00f6nlichen Daten erlaubt, die er immer mit sich f\u00fchrt und \u00fcber die nur er selbst bestimmen darf. Nachdem es vor vielen Jahren immer wieder zu Skandalen mit der illegalen Verwendung pers\u00f6nlicher Da\u00adten gekommen war, konnte durch den Einsatz von Regularien, wie der Verpflichtung zu Transparenz und offenen Quellcodes sowie der Rekommunalisierung grundlegender, f\u00fcr die Daseinsvorsorge relevanter Infrastrukturen ein hohes Ma\u00df an Vertrauen gegen\u00fcber solchen pers\u00f6nlichen Assistenten sichergestellt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Mathias schaut auf die andere Seite des Bettes. Carmen, seine Frau, ist schon aufgestan\u00adden. Sie hat einen etwas anderen Rhythmus und wird in aller Regel von ihrem KI-Assis\u00adtenten etwas fr\u00fcher geweckt. Erholt, frisch und ausgeschlafen steht Mathias auf und geht in das Gemeinschaftszimmer, wo Carmen und ihr j\u00fcngstes Kind Leonard, der gerade acht Jahre alt geworden ist, bereits am Fr\u00fchst\u00fcckstisch sitzen und sich unterhalten. Leonard berichtet, dass Mathias ihm heute die Drohnen im Wald zeigen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Assistenzsystem des Hauses hat sein Fr\u00fchst\u00fcck frisch zubereitet. Heute Morgen ist es eine Interpretation seiner Lieblingsspeisen mit erh\u00f6htem Proteingehalt, damit er f\u00fcr den bevorstehenden Ausflug ausreichend mit Energie versorgt ist. Carmen und Leonard fr\u00fch\u00adst\u00fccken eigene Variationen ihres Lieblingsessens, jede optimal angepasst an pers\u00f6nliche Vorlieben und den Tagesbedarf. F\u00fcr Assistenzsysteme ist es schon lange keine H\u00fcrde mehr, dass Carmen aus moralischen Gr\u00fcnden auf genetisch modifizierte Nahrung ver\u00adzichtet, Mathias die traditionellen Geschmacksrichtungen aus seiner Kindheit bevorzugt und Leonard mit Vorliebe s\u00e4mtliche von der KI neu designten Aromen durchprobiert. <\/p>\n\n\n\n<p>Julia, die mittlere Tochter von Mathias und Carmen, sowie Sarah, die \u00e4lteste, sind noch nicht aufgestanden. Die beiden schlafen noch, daf\u00fcr werden aber alle den Abend wieder gemeinsam verbringen. <\/p>\n\n\n\n<p>Gerade f\u00fcr Julia ist das sp\u00e4tere Aufstehen nicht ungew\u00f6hnlich, da sie heute lediglich eines der Lieder fertigstellen will, das sie f\u00fcr eine neue Auff\u00fchrung der \u00f6rtlichen Theatergruppe komponiert. Danach geht sie sich noch etwas um andere Einwohner k\u00fcmmern; also alles in allem ein durchschnittlicher Tag f\u00fcr sie. <\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck denkt Mathias daran, wie sich die Region in den letzten Jahren ver\u00ad\u00e4ndert hat, w\u00e4hrend er sich f\u00fcr den Ausflug mit Leonard vorbereitet. Heute wohnt die Fa\u00admilie in einem kleinen St\u00e4dtchen mit knapp 6000 Einwohnern mitten im l\u00e4ndlichen Nord\u00adpf\u00e4lzer Bergland. Aber das war nicht immer so, denn geboren und aufgewachsen ist er in Mainz, wo er w\u00e4hrend seines Studiums Carmen kennen gelernt hatte. Es war Liebe auf den zweiten Blick, denn f\u00fcr Carmen, die von den Philippinen stammt, ging es nach dem Studium erst einmal wieder zur\u00fcck in die Heimat. Als es dort aber vor einigen Jahren zur \u00dcberschwemmung der meisten Inseln kam und die EU ihre Freiz\u00fcgigkeitsregelungen auf\u00adgrund des Klimawandels angepasst hatte, verlie\u00df Carmen ihre Heimat als Klimafl\u00fcchtling und kehrte an den Rhein zur\u00fcck &#8211; wo sie und Mathias sich wieder begegneten. F\u00fcr die beiden jungen Menschen hatte die Gro\u00dfstadt alles zu bieten, doch wurde das Land mit all dem technischen Fortschritt immer attraktiver, sodass sie sich dazu entschlossen, umzu\u00adziehen. <\/p>\n\n\n\n<p>Das kleine St\u00e4dtchen ist heute ein beliebtes touristisches Ausflugsziel mit attraktiven An\u00adgeboten der Naherholung, unter anderem weil es sich seinen historischen und kulturellen Charme beibehalten hat. Auch wurde aufgrund des Klimawandels der Weinbau in der Re\u00adgion entdeckt, welcher, zum Teil als weiteres touristisches Angebot, nach wie vor traditio\u00adnell betrieben wird.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/heather-ford-8pWavjyk3Uc-unsplash-683x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3949\" width=\"342\" height=\"512\"\/><figcaption>(Foto: Unsplash)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Mathias ist bereit f\u00fcr seinen Ausflug mit Leonard. Seine Fr\u00fchst\u00fccksutensilien sowie der entstandene Schmutz wurden bereits unauff\u00e4llig von kleinen, unaufdringlichen und auto\u00adnomen Haushaltsrobotern beseitigt. In der Zwischenzeit ist auch Sarah aufgestanden &#8211; ein Fr\u00fchst\u00fcck wurde nicht f\u00fcr sie vorbereitet, da sie so kurz nach dem Aufstehen noch nichts isst. Sarah ist Lebensmittelexpertin und K\u00f6chin; sie ber\u00e4t Menschen und Restau\u00adrants beim analogen und gesunden Kochen, einer der touristischen Hauptattraktionen im St\u00e4dtchen. Lebensmittel, Essen und Kochen sind zu einem \u00e4u\u00dferst komplexen Thema geworden. Zwar verstehen sich die verschiedenen Assistenzsysteme mittlerweile hervor\u00adragend darauf, nicht nur gesunde, sondern auch leckere Speisen vorzubereiten, jedoch hat sich das \u201eanaloge Kochen&#8220;, also die Zubereitung von Speisen ohne technische Hilfs\u00admittel, aufgrund seiner sozialen Komponente und seines Eventcharakters in vielen Bev\u00f6l\u00adkerungskreisen erhalten. <\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem ist Sarah K\u00fcmmerin und Tutorin. Das bedeutet, dass sie innerhalb ihrer Quartiersgemeinschaft ihre F\u00e4higkeiten zur Verf\u00fcgung stellt. Heute zeigt sie ein paar Interes\u00adsierten aus der Gemeinschaft einige Tricks beim vertikalen Farming und wie man das auf diese Art selbst gezogene Gem\u00fcse zubereitet. Denn heutzutage k\u00f6nnen und werden Pilze, Kr\u00e4uter, Salate, Gem\u00fcse und Nahrungserg\u00e4nzungsmittel von jedermann mithilfe fla\u00adcher St\u00e4ndersysteme an den Geb\u00e4udefassaden selbst gezogen. Die Bew\u00e4sserung und das Bespr\u00fchen mit Aromastoffen f\u00fcr bestimmte Insekten, deren Best\u00e4nde sich durch strik\u00adten Schutz und hohe Strafen f\u00fcr insektensch\u00e4dliches Verhalten gut erholt haben, erfolgt komplett automatisiert und nach Bedarf, was zu h\u00f6heren Ernten und wertvolleren Inhalts\u00adstoffen f\u00fchrt. <\/p>\n\n\n\n<p>Geld bekommt Sarah daf\u00fcr keines, K\u00fcmmererarbeit ist immer ehrenamtlich. Daf\u00fcr be\u00adkommt sie die investierte Zeit auf ihrem Gemeinschaftskonto gutgeschrieben, dessen Gut\u00adhaben sie jederzeit gegen andere Leistungen eintauschen kann. Gleichzeitig \u00fcbertr\u00e4gt sie als zertifizierte Tutorin die Unterrichtsstunde live ins Netz, sodass auch andere, physisch nicht anwesende Menschen zusehen und sich qualifizieren k\u00f6nnen. Dieses neue System ist Teil der lang ersehnten und l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4lligen Reform des Bildungssystems. Lernen ist individueller, freier und selbstbestimmter geworden, die Schule insgesamt fluider. Ri\u00adgide Strukturen, welche l\u00e4ngst \u00fcberholt waren, wurden aufgel\u00f6st. So herrscht heute bei\u00adspielsweise bis auf bestimmte Kernzeiten bzw. Kernbl\u00f6cke keine Anwesenheitspflicht mehr in den Schulen, welche durch das neue System vor allem zu sozialen Lernorten geworden sind. Zwar existiert ein gemeinsamer Kanon, jedoch basieren Lernen und Bil\u00addung zu einem gro\u00dfen Anteil auf eigener Zeiteinteilung. Bildungsabschl\u00fcsse sind dadurch nicht weggefallen. Der Weg, diese zu erreichen, ist heute jedoch durch neue Techniken und Lernumgebungen wesentlich flexibler und individualisierter. Inputs, wie die von Sarah, werden durch KI auf Stimmigkeit hin \u00fcberpr\u00fcft und bei positiver Evaluation den jeweiligen Lerninhalten zugef\u00fcgt. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/bud-helisson-kqguzgvYrtM-unsplash-1024x816.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3951\" width=\"512\" height=\"408\"\/><figcaption>(Foto: Unsplash)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Typischerweise sind Kl-basierte Assistenten wie die AI-Brille Kernelemente des neuen Bildungssystems. Jedes Kind, das in Deutschland lebt, kann von seiner Schule schon ab dem Alter von drei Jahren solche Assistenten bekommen. Es gibt diverse zertifizierte Mo\u00addelle, die alle Kinder kostenlos erhalten und welche ausgetauscht werden, sobald neue Versionen der Modelle die Marktreife erlangen. Die AI-Brille macht im Grunde nichts an\u00adderes, als dauerhaft mit dem pers\u00f6nlichen KI-Assistenten des Tr\u00e4gers zu kommunizieren. Sie greift dabei auf einen enorm gro\u00dfen Fundus an Lernmaterialien aus verschiedensten Quellen (die sowohl von transnationalen als auch von kleineren Entit\u00e4ten wie der Kom\u00admune oder der Schule selbst ausgew\u00e4hlt oder entwickelt wurden) zu und erkennt dank intelligenter Algorithmen Situationen, in denen der Tr\u00e4ger neue Lernerfahrungen macht oder bereits absolvierte Lernerfahrungen trainiert. Liegt in einer Situation das Potenzial einer neuen Lernerfahrung, so blendet der KI-Assistent \u00fcber die Brille Lernmaterialien ein, die von digitalen Tutoren vermittelt werden. Nimmt der Tr\u00e4ger die Lernchance war, so speichert der KI-Assistent die Information hier\u00fcber in der individuellen \u201eLern-DNA&#8220; des Tr\u00e4gers. Durch diese Technik ist es unter anderem gelungen, Qualifikationen zu erkennen und Zertifikate automatisiert auszustellen. Dar\u00fcber, dass auch Trainings bereits absolvier\u00adter Lernerfahrungen dokumentiert werden, kann das Kompetenzniveau dauerhaft erfasst werden, wodurch z.B. ein \u201eJob-Fit&#8220;, also die Eignung f\u00fcr einen bestimmten Job, berechnet werden kann. <\/p>\n\n\n\n<p>Das Abitur, aber auch andere, im Rahmen des lebenslangen Lernens m\u00f6gliche Ab\u00adschl\u00fcsse, bekommt somit heute nicht mehr, wer eine gewisse Anzahl an Schuljahren ab\u00adsolviert und eine Abschlusspr\u00fcfung bestanden hat, sondern, wer bestimmte Lernerfahrun\u00adgen gemacht und in diesen eine gewisse Kompetenzstufe erreicht hat. So stellen Schulen heute im Wesentlichen den Rahmen, um \u00fcber die definierten Lernerfahrungen diskutieren zu k\u00f6nnen, weshalb sie sich hoher Beliebtheit erfreuen. Lehrer wurden so im Gro\u00dfen und Ganzen zu Initiatoren und Moderatoren, und der p\u00e4dagogische und soziale Anspruch des Jobs hat im Vergleich zum reinen fachlichen Wissen stark zugenommen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Im Wald: \u00d6kologie, Landwirtschaft<\/h4>\n\n\n\n<p>Um Lernerfahrungen zu machen, geht Mathias heute mit Leonard in den Wald, da dieser, um das Anf\u00e4ngerniveau in \u201eWir, Natur und Technik&#8220; zu erreichen, noch eine Lernerfahrung in \u201eRoboter-Interaktion&#8220; ben\u00f6tigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Wald angekommen, gibt Mathias f\u00fcr Leonard ein Bild einer Drohne frei, welche Leonard auf seiner AI-Brille angezeigt bekommt und die es zu identifizieren gilt. Die Drohne, nach denen die beiden gesucht hatten &#8211; ein autonomer Roboter in Form und Gr\u00f6\u00dfe eines Ko\u00adlibris &#8211; ist schnell gefunden. Die kleine Maschine wurde vor einigen Jahren entwickelt und \u201efreigelassen&#8220;, als der R\u00fcckgang der Bienenpopulationen einen kritischen Punkt erreicht hatte. Heute erg\u00e4nzen digitale Kolibris, deren Anzahl sich umgekehrt proportional zur Er\u00adholung der Bienenbest\u00e4nde entwickelt, das \u00d6kosystem. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/dose-media-DiTiYQx0mh4-unsplash-1024x755.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3952\" width=\"512\" height=\"378\"\/><figcaption>(Foto: Unsplash)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>All diese Dinge bekommt Leonard gerade von seinem pers\u00f6nlichen KI-Assistenten per AI-Brille erkl\u00e4rt, wie Mathias an seinem staunenden und neugierigen Blick auf den Kolibri in Aktion erkennt.<\/p>\n\n\n\n<p>In den nahegelegenen \u201eanalogen&#8220; Weinbergen, in denen Menschen zur Erholung und nach Ausgleich suchend mit ihren H\u00e4nden arbeiten, lernt der Junge anschlie\u00dfend etwas \u00fcber die klimabedingte Verschiebung des Weinbaus in die n\u00f6rdlicheren Zonen der Region und \u00fcber Unterschiede im Aussehen der zu bearbeitenden Weinberge. Diese ergeben sich durch die f\u00fcr Menschen und Roboter unterschiedlichen Pflege- und Ernteweisen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur\u00fcck im kleinen St\u00e4dtchen: Gesundheit, Sicherheit, Verwaltung, Arbeit, Mobilit\u00e4t W\u00e4hrenddessen bereitet sich Carmen auf ihren Termin mit den Vertretern der Senioren des Stadtteils vor. Sie haben einen Antrag auf Einsicht in die Arbeitsweise und Zulas\u00adsungsinformationen eines Algorithmus einer neuen Gesundheits-Box gestellt, was jedem B\u00fcrger per Gesetz zusteht und gestattet werden muss. Carmen begleitet als B\u00fcrgermeis\u00adterin des St\u00e4dtchens die Senioren zum Ortsverband der MO (Allgemeine Algorithmus\u00ad\u00dcberwachung, dem Ethikrat mit technischer Expertise) und stellt sicher, dass den \u00e4lteren Menschen alle Informationen zur Verf\u00fcgung gestellt und Fragen zu ihrer Zufriedenheit be\u00adantwortet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich m\u00fcssen Technologien, die pers\u00f6nliche Daten verarbeiten, schon seit vielen Jahren von der unabh\u00e4ngigen europ\u00e4ischen Datenschutzorganisation CitizenDataProtec\u00adtion zugelassen und bei jeder Ver\u00e4nderung neu evaluiert werden. Dabei wird unter ande\u00adrem \u00fcberpr\u00fcft, welche Trainingsdaten genutzt wurden, ob die Algorithmen diskriminie\u00adrungsfrei arbeiten und ob die Sicherheit der Daten gew\u00e4hrleistet ist. Dar\u00fcber hinaus be\u00adsteht das Recht, selbst Verfahren anhand eigener Kriterien \u00fcberpr\u00fcfen zu lassen. Sollte sich bei solch einer \u00dcberpr\u00fcfung des Algorithmus durch den unabh\u00e4ngigen Verband zei\u00adgen, dass sein Leistungsumfang weiter reicht als beschrieben, so ist es Carmens Aufgabe, rechtliche Schritte einzuleiten. Tats\u00e4chlich sind Anliegen dieser Art eine ihrer Hauptt\u00e4tig\u00adkeiten als B\u00fcrgermeisterin der Stadt. Denn sie wurde nicht nur gew\u00e4hlt, um, unterst\u00fctzt durch eine Verwaltungs-KI, Entscheidungen \u00fcber die Zukunft der kleinen Stadt zu treffen, sondern auch und vor allem, um die Interessen ihrer Mitb\u00fcrger gegen\u00fcber Unternehmen, Betr\u00fcgern oder fehlerhaften KI-Entscheidungen zu vertreten.<\/p>\n\n\n\n<p>Carmen steigt in eine autonome Transportkapsel, in der bereits zwei Senioren des Ver\u00adbandes sitzen. Das pr\u00e4zise Timing des kleinen Sharing-Taxis ist l\u00e4ngst Alltag, der Besitz privater Autos zu einem Hobby f\u00fcr Liebhaber geworden, da Sharing-Taxis den Individual\u00adverkehr obsolet gemacht haben. So ist st\u00e4ndig eine ganze Flotte von Kapseln auf den Stra\u00dfen unterwegs, die, als vernetzte Sehwarnintelligenz geschaffen, st\u00e4ndig auf Basis neuer Anfragen individueller KI-Assistenten optimale Routen planen, um m\u00f6glichst viele Menschen mit m\u00f6glichst wenig Kapseln mit so wenig Zwischenstopps wie m\u00f6glich zu transportieren. Carmen musste sich die Transportkapsel nicht einmal selbst rufen oder bestellen, wie es in der Vergangenheit bei Einf\u00fchrung der Technik noch der Fall war. Diese Aufgabe wird heute, neben vielen weiteren organisatorischen T\u00e4tigkeiten, autonom von ihrem KI-Assistenten \u00fcbernommen. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/markus-spiske-50Xlx4AGsmw-unsplash-1024x668.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3954\" width=\"512\" height=\"334\"\/><figcaption>(Foto: Unsplash)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Alles, was sie zu tun hatte, um direkt in ein vorfahren\u00addes Taxi einsteigen zu k\u00f6nnen, war, ihren Termin mit dem Seniorenverband und den ge\u00adw\u00e4hlten Transportweg zu best\u00e4tigen. Die \u201eKosten&#8220; f\u00fcr das vollautomatisiert produzierte Taxi kann sie, da die flexiblen Transportmittel ein \u00f6ffentliches Gut sind, mit den gesam\u00admelten Punkten ihres Gemeinschaftskontos verrechnen oder klassisch mit ihrem Bank\u00adkonto begleichen. Aber selbst diese Entscheidung kann sie auf Wunsch von ihrem KI\u00adAssistenten \u00fcbernehmen lassen, der aufgrund der Kenntnisse ihrer k\u00fcnftigen Termine so\u00adwie Einnahmen und Ausgaben den optimalen Verrechnungssatz bestimmen kann. Zah\u00adlungsmodalit\u00e4ten entscheidet sie aber lieber nach wie vor selbst, auch wenn sie, um die Entscheidung zu treffen, gerne Empfehlungen ihres Assistenten ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n\n\n\n<p> Auf dem Weg sammelt die Kapsel noch zwei weitere Senioren des Verbandes ein, bevor die Gruppe am Geb\u00e4ude der M\u00dc ankommt, wo ebenfalls vertikal Gem\u00fcse gezogen wird und auf dessen Dach Anlagen zur Selbstversorgung mit Energie angebracht sind. Ein K\u00fcmmerer wartet bereits am Empfang auf sie. Carmen kennt den jungen und hilfsbereiten Mann aus Julias Theatergruppe, entsprechend ist der allgemeine Umgang miteinander auch informell und offen. Nachdem die Gruppe sich in einen Konferenzraum begeben hat und dort zahlreiche per Virtual Reality zugeschaltete Teilnehmer aus anderen Gemeinden begr\u00fc\u00dft hat, schildert eine der Seniorennen, die Vorsitzende des Verbandes, das Anliegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor kurzem hatte sich eines der Mitglieder des Verbandes, bei dem sich Altersdiabetes auszubilden begann, eine neue \u201eGesundheitsbox&#8220; zugelegt, mit der er nach Bedarf selbst\u00adst\u00e4ndig seinen Gesundheitszustand \u00fcberpr\u00fcfen kann. Diese \u00fcbermittelt die gescannten Daten sowie Ergebnisse des Checks an den pers\u00f6nlichen KI-Assistenten des Benutzers sowie auf dessen Wunsch auch an seinen behandelnden Arzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Einf\u00fchrung solcher Gesundheitsboxen wurde anfangs kontrovers diskutiert, jedoch zeigten sich schnell die vielen Vorteile, die sie mit sich brachten. Wartezimmer in Praxen leerten sich, da Patienten nicht mehr st\u00e4ndig ihren Arzt aufsuchen mussten, wodurch sich auch zumutbare Entfernungen ver\u00e4nderten. Die Ergebnisse der Scans werden direkt in der individuellen Gesundheitskarte einer Person abgespeichert (\u00fcber welche der Eigent\u00fc\u00admer ebenfalls die Datenhoheit hat), wodurch zu jeder Zeit eine vollst\u00e4ndige Anamnese m\u00f6glich ist. Im Zusammenhang damit, dass niedergelassene \u00c4rzte zu Angestellten im \u00f6f\u00adfentlichen Dienst wurden, trug dies zu einer enormen Flexibilisierung und Leistungsstei\u00adgerung des Gesundheitswesens bei.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/clique-images-hSB2HmJYaTo-unsplash-683x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3955\" width=\"342\" height=\"512\"\/><figcaption>(Foto: Unsplash)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig meldet die Box dem Nutzer den gemessenen Gesundheitszustand auf Basis eines einfachen Ampelsystems zur\u00fcck, wobei Gr\u00fcn bedeutet, dass ein guter Gesundheits\u00adzustand vorliegt. Bei Gelb wird empfohlen, die gescannten Daten zur weiteren Anamnese an einen Arzt zu \u00fcbermitteln und Rot signalisiert, dass der Benutzer \u00fcber das \u00dcbermitteln der Daten hinaus dringend einen Arzt aufsuchen sollte. Das System operiert auf Basis von Empfehlungen und \u00fcbermittelt Daten niemals ohne Zustimmung des Nutzers an Dritte.<\/p>\n\n\n\n<p>Da der Senior nun Werbung f\u00fcr Diabetikerprodukte erh\u00e4lt, stellt sich jedoch die Frage f\u00fcr den Seniorenverband, ob die Box nicht doch unerlaubt Gesundheitsdaten der Nutzer an Dritte weitergibt. Ein menschlicher Ansprechpartner der MO wird kontaktiert, der eine abstrakte Darstellung des Algorithmus der Box an der Wand des Konferenzraums anzei\u00adgen l\u00e4sst. Gemeinsam mit seinem KI-Assistenten scannt er nun den Algorithmus und be\u00adst\u00e4tigt dessen einwandfreie Funktionsweise. Eine Marketing-KI hat offensichtlich Pr\u00e4\u00advalenzen potenzieller Kunden berechnet, um Werbung zu verschicken.<\/p>\n\n\n\n<p>Carmen und die Gruppe des Seniorenverbandes verlassen, nachdem sich alle verab\u00adschiedet und dem Mitarbeiter gedankt haben, das M\u00dc, steigen wieder in die bereitste\u00adhenden Transportkapseln und fahren nach Hause.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"> Auf dem Stadtfest: Soziale Bewegung, Freizeit, Kultur<\/h4>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend Carmen zu Hause noch einige Berichte \u00fcber den Status ihres St\u00e4dtchens und seiner Bewohner liest, welche ihr KI-Assistent f\u00fcr sie nach Informationen der Verwaltungs\u00adKI zusammengestellt hat, treffen nach und nach die anderen Familienmitglieder ein und unterhalten sich \u00fcber ihren Tag. <\/p>\n\n\n\n<p>Am Abend verl\u00e4sst die Familie ihre Wohnung, um auf den Analogen Abend des St\u00e4dt\u00adchens zu gehen. Carmens Anwesenheit w\u00e4re dort obligatorisch, jedoch gehen die meisten Mitglieder der Gemeinde, so auch sie, gerne dorthin. Der Analoge Abend ist eine Veran\u00adstaltung, die regelm\u00e4\u00dfig stattfindet, um das soziale Miteinander und das Gemeinschafts\u00adgef\u00fchl zu st\u00e4rken. Hierzu treffen sich alle in der kleinen Altstadt, wo es ganz klassisch um das gemeinsame Erlebnis geht, gemeinsam gegessen, getrunken, geredet und getanzt wird und ein Austausch von Medien, selbst Hergestelltem und Ideen stattfindet. Normaler\u00adweise geh\u00f6rt Sarah mit einem Infostand zum Kochen und Julia mit ihrem Theaterspiel zum Bestandteil des Programms, doch heute haben sich die beiden extra vertreten lassen, um gemeinsam mit der Familie auf das Fest zu gehen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/priscilla-du-preez-yeTKHuJY1Es-unsplash-683x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3956\" width=\"342\" height=\"512\"\/><figcaption>(Foto: Unsplash)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Veranstaltungen wie diese finden h\u00e4ufig in den Quartieren und D\u00f6rfern statt. Als sich die Menschen f\u00fcr die genossenschaftliche Organisation vieler Lebensbereiche entschieden, ging es nicht nur um die Bew\u00e4ltigung von Krisen wie globalen Wanderungsbewegungen oder einer Verknappung von Wohnungen. Mit dem Aufkommen von k\u00fcnstlichen Syste\u00admen, Fortschritten in der Robotik und der zunehmenden Flexibilisierung der Arbeit nah\u00admen St\u00f6rungen und auch die Angst vor sozialer Desintegration und Fremdbestimmung zu. Die Menschen f\u00fcrchteten, nicht mehr verankert zu sein, wenig zu interagieren und keine Selbstverantwortung \u00fcbernehmen zu k\u00f6nnen. Das Genossenschaftsmodell erlaubt Teil\u00adhabe, Inklusion, Egalisierung und Mitbestimmung f\u00fcr alle Mitglieder. In verschiedenen Stu\u00addien hat sich gezeigt, dass die Menschen zufriedener sind, dass sie das Genossenschafts\u00admodell akzeptieren und sich sogar freiwillig k\u00fcmmern w\u00fcrden, auch ohne Gemeinschafts\u00adpunkte zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der erste Stopp f\u00fcr die Familie befindet sich auf dem Marktplatz neben dem Haus der Spiritualit\u00e4t, wo ein Freund von Mathias ein Weinlokal mit Au\u00dfenbestuhlung betreibt. Den Rose aus der Region k\u00f6nnte sogar Leonard trinken, da Genussmittel wie Wein heutzutage ohne Schadstoffe wie Alkohol produziert werden k\u00f6nnen. Diese Neuerung hatte bei der Einf\u00fchrung zun\u00e4chst f\u00fcr viel Aufruhr gesorgt, bis klar wurde, dass ein \u201eRausch&#8220; \u00fcber an\u00addere Stoffe weniger gesundheitssch\u00e4dlich und sogar per VR und AR produziert werden kann. Sie zahlen per Karte und so genie\u00dfen Carmen, Mathias, Sarah, Julia und Leonard ihren Abend gemeinsam mit den vielf\u00e4ltigen anderen Menschen in einem kleinen St\u00e4dt\u00adchen im Nordpf\u00e4lzer Bergland.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Szenario Dystopie<\/h2>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Konkreter Rahmen<\/h4>\n\n\n\n<p>Die Vorausschau auf die dystopische Situation im Jahr 2050 basiert ma\u00dfgeblich auf dem ungebremsten Fortgang aktueller negativer Tendenzen. In Deutschland hat sich ein Wirt\u00adschaftssystem entwickelt, das als monopol- und turbokapitalistisch zu beschreiben ist. Profitmaximierung ist die Ma\u00dfgabe allen unternehmerischen Handelns, und die M\u00e4rkte werden von einigen wenigen globalen Playern beherrscht, die ihre jeweilige Branche do\u00adminieren. Ihnen ist es gelungen, basierend auf ihrer Datenhoheit aggressive Gesch\u00e4fts\u00admodelle zu entwickeln, gegen die sich ihre Konkurrenten nicht durchsetzen konnten. Die politischen Akteure waren ebenfalls nicht in der Lage, diesen Entwicklungen entgegenzu\u00adwirken. Einerseits ist es den nationalen Regierungen nicht gelungen, sich auf Regulati\u00adonsmechanismen bez\u00fcglich transnational agierender Konzerne zu einigen. Andererseits ist man sich zu sp\u00e4t der Konsequenzen bewusst geworden, die die tiefgreifenden Ver\u00adflechtungen privatwirtschaftlicher Datendienstleister mit den digitalisierten Verwaltungs\u00adprozessen haben w\u00fcrden. Der Neoliberalismus konnte sich zudem durchsetzen, weil der Bev\u00f6lkerung die Folgen ihres freiz\u00fcgigen Nutzungsverhaltens nicht bewusst waren und aufgrund unzureichender Aufkl\u00e4rung und Vorteilsangeboten von Seiten der Anbieter dem uneingeschr\u00e4nkten Sammeln entpersonalisierter Daten zustimmte.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht nur \u00f6konomisch, auch r\u00e4umlich und in Bezug auf intelligente Prozesse der Daten\u00adverarbeitung und -zugriffe hat sich eine Zentralisierung vollzogen: Kommerz-, Entscheidungs- bzw. Verwaltungs- und Versorgungszentren sind die nationalen und internationa\u00adlen Metropolen. L\u00e4ndliche R\u00e4ume sind weiter zur\u00fcckgefallen und gelten als Transfer\u00adr\u00e4ume, da Einkommen nur selten durch Erwerbsarbeit in der Privatwirtschaft bzw. selbst\u00adst\u00e4ndige T\u00e4tigkeit erzielt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Versch\u00e4rfung des Klimawandels f\u00fchrt in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden zu Katastrophen\u00adereignissen. Zusammen mit dem anhaltenden globalen Bev\u00f6lkerungswachstum kommt es immer wieder zu Fluchtbewegungen, die sich in der Verknappung geeigneten Wohnraums auch in Rheinland-Pfalz bemerkbar machen. Nach der weitgehenden Aufl\u00f6sung der Mit\u00adtelschicht hat sich die Gesellschaft ma\u00dfgeblich in zwei Gruppen gespalten &#8211; in die Privi\u00adlegierten und die Nicht-Privilegierten. Diese Differenzierung zeigt sich in vielerlei Hinsicht sehr deutlich, u. a. bezogen auf Berufst\u00e4tigkeit, Einkommensverh\u00e4ltnisse, Freizeitverhal\u00adten und Wohnverh\u00e4ltnisse. <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Szenario<\/h4>\n\n\n\n<p>Flora ist 16 Jahre alt und lebt mit ihrer Familie in einer Aussteigerkommune in der West\u00adpfalz, die ausschlie\u00dflich von Anti-Digitalen bewohnt wird. Die Gruppe der Anti-Digitalen hat sich im Verlauf der zunehmenden Einflussnahme intelligenter Softwaresysteme auf das Alltagsleben formiert. Man lebt zur\u00fcckgezogen in versprengten Gemeinschaften, vor\u00adwiegend in l\u00e4ndlichen R\u00e4umen. Auch in Floras Reservat wurde das Glasfasernetz durch die Bewohner gekappt und Funkschnittstellen werden gest\u00f6rt. Der notwendige Strom wird selbst erzeugt. Die Gemeinschaft, bestehend aus rund 100 Menschen, betreibt haupts\u00e4ch\u00adlich Subsistenzwirtschaft. Umgeben ist das Reservat von schier endlos scheinenden land\u00adwirtschaftlichen Monokulturen, die von Schw\u00e4rmen intelligenter Landmaschinen bewirt\u00adschaftet werden. Von der Aussaat \u00fcber die D\u00fcngung und Best\u00e4ubung bis hin zur Ernte \u00fcbernehmen diese s\u00e4mtliche Aufgaben autonom.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/joao-marcelo-marques-Qp0lt8ehfjg-unsplash-1024x575.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3957\"\/><figcaption>(Foto: Unsplash)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Die weitestgehend autarke Aussteigerkommune hat kaum Ber\u00fchrungspunkte mit dem Verwaltungs- und Wirtschaftssystem der \u00fcbrigen Gesellschaft. Von den Leistungen des Sozial- und Gesundheitssystems, das f\u00fcr die Mehrheit der Bev\u00f6lkerung nur noch die grundlegendsten Notwendigkeiten abdeckt, sind sie ausgeschlossen. Lediglich zu den Be\u00adwohnern der umliegenden D\u00f6rfer besteht sporadisch Kontakt, wenn die Aussteiger Waren f\u00fcr den allt\u00e4glichen Bedarf einkaufen oder f\u00fcr Geld, das sie vor allem f\u00fcr medizinische Versorgung brauchen, Teile ihrer Ernte verkaufen. Flora wei\u00df, dass man f\u00fcr alles, was \u00fcber die Grundversorgung hinausgeht, eine der Metropolen aufsuchen muss. In Rhein\u00adland-Pfalz ist das Mainz. Vor allem intensivere medizinische Behandlungen und die Ver\u00adsorgung mit den meisten Konsumg\u00fctern k\u00f6nnen nur dort erfolgen. F\u00fcr Floras Kommune ist die Metropole dar\u00fcber hinaus auch f\u00fcr die Verwaltungsg\u00e4nge relevant, auf die man sich mit den Beh\u00f6rden geeinigt hat, um einigerma\u00dfen unbehelligt im Reservat leben zu d\u00fcrfen. Zu diesem Zweck sind alle Aussteiger-Reservate dazu verpflichtet, in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden Abgesandte in eine Metropolverwaltung zu schicken, um dort die Basisdaten der Gemeinschaft, wie eine Aufstellung der aktuellen Bewohner, Geburten und Sterbef\u00e4lle o\u00adder den gesundheitlichen Zustand der Bev\u00f6lkerung, einzupflegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Flora kennt die Welt au\u00dferhalb der Kommune haupts\u00e4chlich aus Erz\u00e4hlungen. Daher will sie dieses \u201eausbeuterische und unmenschliche System&#8220;, von dem immer die Rede ist, endlich selbst kennen lernen. Heute darf sie endlich bei einem der ungeliebten Besuche in der Stadt dabei sein. <\/p>\n\n\n\n<p>Um dorthin zu gelangen, m\u00fcssen die Bewohner des Reservats in das n\u00e4chstgelegene Dorf. Die in die Jahre gekommenen H\u00e4user werden dort von mehreren Familien und Ein\u00adzelpersonen zusammen bewohnt, weil es f\u00fcr die vorwiegend nicht-privilegierte Dorfbev\u00f6l\u00adkerung unbezahlbar geworden ist, neue H\u00e4user zu bauen. Da die \u00f6ffentlichen Einrichtun\u00adgen eng mit den globalen Monopolisten der Informationswirtschaft verzahnt sind und rein nach Aspekten der Rentabilit\u00e4t wirtschaften, wird die Daseinsvorsorge im l\u00e4ndlichen Raum stark vernachl\u00e4ssigt. Der Erhalt einer fl\u00e4chendeckenden Energie- und Mobilit\u00e4tsinfrastruk\u00adtur hat sich als besonders unrentabel herausgestellt. Die Energieversorgung der Nicht\u00adPrivilegierten funktioniert sehr unzuverl\u00e4ssig, da Produktion und Industrie vorrangig be\u00addient werden und sich eine smarte, dezentrale Infrastruktur nicht durchsetzen konnte. Re\u00adgenerative Energiequellen werden zwar genutzt, die extremen Klimaschwankungen unter\u00adbinden aber auch hier eine zuverl\u00e4ssige Versorgung. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/jurgen-kreuzer-uSnQZGVX2ps-unsplash-683x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3958\" width=\"342\" height=\"512\"\/><figcaption>(Foto: Unsplash)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Floras Begleiterin erz\u00e4hlt ihr, dass sie von einem der wenigen H\u00e4ndler, die zwischen Dorf und Stadt verkehren, in die n\u00e4chste Metropole mitgenommen werden. Diese \u201efliegenden H\u00e4ndler&#8220; sind eine der begrenzten M\u00f6glichkeiten, um au\u00dferhalb der Stadt an bestimmte Produkte zu gelangen, da sowohl Logistik als auch \u00f6ffentliche Verkehrsmittel nicht mehr die Fl\u00e4che bedienen oder aber sehr teuer sind. <\/p>\n\n\n\n<p>Flora und ihre Begleiterin steigen zu dem H\u00e4ndler in einen alten Kleintransporter. Ihr Weg f\u00fchrt sie durch die monotone Landschaft, vorbei an D\u00f6rfern, riesigen Feldern und St\u00e4llen. Hier werden noch Fleisch- und Milchprodukte erzeugt, die sich allerdings nur eine sehr kleine Zahl von Menschen leisten kann. Dass sich die Artenvielfalt in den letzten Jahr\u00adzehnten halbiert hat, wirkt sich auch auf die Pflanzenproduktion aus. Die zur Best\u00e4ubung der Nutzpflanzen fehlenden Insekten haben sich nur unzureichend durch Mikroroboter er\u00adsetzen lassen, weshalb weltweit nur noch wenige Sorten gentechnisch modifizierter Nah\u00adrungsmittel in Masse angebaut werden k\u00f6nnen. Selteneres Getreide, Obst und Gem\u00fcse sind entsprechend teurer.<\/p>\n\n\n\n<p>Als sie an einer kleinen H\u00fctte vorbeikommen, die an einem Gleisbett steht, erz\u00e4hlt der H\u00e4ndler, dass hier vor Jahren ein autonomer Wasserstoffzug getestet wurde, der jedoch aus Kostengr\u00fcnden nie in den Regelbetrieb \u00fcberf\u00fchrt wurde. In den Jahren der Probefahr\u00adten, nachdem die letzten Dieselz\u00fcge aufgrund der in astronomische H\u00f6hen gestiegenen Dieselpreise schon l\u00e4ngst ausrangiert waren, setzten die Bewohner gro\u00dfe Hoffnungen in diese Technologie. Doch nach dem Versagen im Aufbau zuverl\u00e4ssiger Netze zur Elektri\u00adfizierung des Schienenverkehrs bedeutete das Aus die n\u00e4chste Entt\u00e4uschung und damit eine weitere Versch\u00e4rfung der Mobilit\u00e4tssituation. <\/p>\n\n\n\n<p>Zwischen den Maisfeldern, die bis zum Horizont zu reichen scheinen, erblickt Flora eines der Habitate, in denen privilegierte Men\u00adschen auf dem Land wohnen. Die Siedlung liegt auf einer Anh\u00f6he und hebt sich deutlich von den \u00fcbrigen D\u00f6rfern ab. Auf satten Gr\u00fcnfl\u00e4chen stehen moderne neben liebevoll res\u00adtaurierten Geb\u00e4uden, und auf einem zentralen Platz k\u00f6nnen sich die Bewohner treffen. Das Leben dort stellt sich Flora sch\u00f6n und vor allem einfacher vor, da es keine schwere Arbeit zu geben scheint, die das \u00fcberleben sichert. Die Siedlung ist umgegeben von ei\u00adnem hohen Zaun, der mit verschiedenen Sensoren versehen ist und am Himmel schwe\u00adben einige \u00dcberwachungsdrohnen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">In der Metropole: Soziale Bewegungen, Verwaltung, Sicherheit, Politik<\/h4>\n\n\n\n<p>Flora und ihre Begleiter erreichen die Stadt. Zwischen den Geb\u00e4uden ist es jetzt im Som\u00admer unertr\u00e4glich hei\u00df und man kann vor Smog kaum sehen. Als sie sich durch den Stadt\u00adstau schieben, wird Flora auf eine Gruppe von circa 25 vermummten Personen aufmerk\u00adsam, die Banner tragen und einen Slogan f\u00fcr Versammlungsfreiheit skandierend durch die Stra\u00dfen ziehen. Auf eine abf\u00e4llige \u00c4u\u00dferung des H\u00e4ndlers \u00fcber diese \u201eSicherheitsterro\u00adristen&#8220; hin entgegnet Floras Begleiterin, dass man solche Menschen fr\u00fcher einfach als Aktivisten oder engagierte B\u00fcrger bezeichnet habe. Mit Einf\u00fchrung des Social Scoring aber, und der begleitenden Kampagne, wurden politisches Engagement und die Kritik an den herrschenden Zust\u00e4nden zunehmend stigmatisiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf die Frage, was Social Scoring eigentlich sei, reicht der H\u00e4ndler Flora eine handliche AR-Sonnenbrille. Auf einmal sieht Flora alles viel bunter und au\u00dfer Reklame erscheint neben jeder Person, die sie ansieht, ein Punktekonto. Verschiedene Balken und Beschrei\u00adbungen geben Auskunft \u00fcber Daten wie den Beruf, das Alter oder die Meldeadresse. Bei den Demonstranten ist die Punktebilanz im Vergleich sehr niedrig. Auf einmal laufen uni\u00adformierte Menschen auf, die versuchen, den Protest gewaltsam aufzul\u00f6sen. Sie tragen lediglich die Bezeichnung \u201eSicherheit&#8220; in der AR-Simulation.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/kevin-curtis-QlnUpMED6Qs-unsplash-1024x676.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3959\" width=\"512\" height=\"338\"\/><figcaption>(Foto: Unsplash)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Der H\u00e4ndler und Floras Begleiterin erkl\u00e4ren ihr, dass es sich beim Sicherheitspersonal um die Nachfolger der mittlerweile privatisierten Polizei handelt. Insgesamt, so der H\u00e4ndler, seien solche Protestaktionen inzwischen sehr selten geworden und f\u00e4nden nur noch in den St\u00e4dten statt. Wo man fr\u00fcher z. B. soziale Medien nutzte, um gleichgesinnte Men\u00adschen in allen Teilen des Landes zu mobilisieren, erlaubt es das Data Mining heute, Kom\u00admunikation, die eine St\u00f6rung des \u00f6ffentlichen Friedens zur Folge haben k\u00f6nnte, zu erken\u00adnen und zu unterdr\u00fccken. In der Stadt, wo Menschen auch direkt, d. h. ohne mediale Ver\u00admittlung, zusammenfinden k\u00f6nnen, erkennen \u00dcberwachungs- und Sicherheitssysteme un\u00adangepasstes Verhalten im \u00f6ffentlichen Raum. Aufruhr und Mobilisierung gegen \u00dcberwa\u00adchung wird &#8211; wie gerade geschehen &#8211; unmittelbar durch Sicherheitskr\u00e4fte unterbunden. Wirkliche Verbrechen finden jedoch digital statt, sofern die f\u00fcr Cybersicherheit zust\u00e4ndigen Algorithmen \u00fcberwunden werden. Diese Sicherung sei wichtig, so Floras Begleiterin, denn die komplette Verwaltung basiert auf einem zentralisierten, datengetriebenen System, das auf allen Ebenen, vom Lokalen bis hin ins Globale, wirkt. <\/p>\n\n\n\n<p>Der urspr\u00fcngliche Gedanke der Transparenz und der demokratischen Nutzung durch alle wurde durch den uneinge\u00adschr\u00e4nkten und unkontrollierten Zugriff der Weltkonzerne unterminiert. Als Resultat einer schwachen Politik herrscht heute ein massives Abh\u00e4ngigkeitsverh\u00e4ltnis des Verwaltungs\u00adsektors von privatwirtschaftlichen Informationsmonopolisten. Durch die zus\u00e4tzliche Ver\u00adschr\u00e4nkung dieses Gebildes aus Wirtschaft und Verwaltung mit den Medien ist die Mani\u00adpulation der \u00f6ffentlichen Meinung zur Normalit\u00e4t geworden. Neben simplen Fake News werden dabei Mechanismen der politischen Steuerung, die Berichterstattung und das ak\u00adtuelle Meinungsbild intelligent miteinander verkn\u00fcpft, um Informationen gezielt zu streuen bzw. zu unterdr\u00fccken. Dass sich die allgemeine \u00dcberwachung pers\u00f6nlicher Datenstr\u00f6me und des \u00f6ffentlichen Raums mittels Kameras, Drohnen und Sensoren durchsetzen konnte, ist in einem vor dem Hintergrund einiger terroristisch motivierter Anschl\u00e4ge medial erzeug\u00adten Unsicherheitsgef\u00fchl begr\u00fcndet. Aus diesem Grund gab die Bev\u00f6lkerung bereits vor langer Zeit ihr Einverst\u00e4ndnis, Bewegungsdaten und weitere pers\u00f6nliche Daten zu erfas\u00adsen und auszuwerten. <\/p>\n\n\n\n<p>Endlich kommen Flora und ihre Begleitung am Ziel ihrer Reise an: Au\u00dfen am Geb\u00e4ude, in dem sich der zentrale Datenknotenpunkt des Landes Rheinland-Pfalz befindet, gibt es ein Meldeh\u00e4uschen zur Datenannahme, das aussieht wie eine Telefonzelle. Hier pflegt die Abgesandte die Basisdaten ihrer Kommune manuell ein. Man hat sich mit den Beh\u00f6rden auf diese Form der analogen Eingabe geeinigt, um sich im Gegenzug der omnipr\u00e4senten Dauer\u00fcberwachung entziehen zu k\u00f6nnen. Daf\u00fcr sind die Mitglieder der Kommune aller\u00addings auch von der staatlichen Grundversorgung ausgeschlossen und m\u00fcssen f\u00fcr alle So\u00adzial- und Gesundheitsleistungen selbst aufkommen. Das Aussteigen aus dieser Gesell-schaft und somit der Verzicht auf Teilhabe ist also der einzige vergleichsweise wider\u00adstandsfreie Weg, einer politischen Bewegung anzugeh\u00f6ren, \u00fcberlegt Flora.<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem be\u00adsteht im Verzicht auf Teilhabe eigentlich kein wirklicher Verzicht, denn politische Entschei\u00addungen werden von Experten getroffen, die fast ausschlie\u00dflich aus dem Kreis der Privile\u00adgierten stammen. Ihnen gibt die KI des Verwaltungsinformationssystems Entscheidungs\u00adalternativen vor. Die politische Handlungsmacht der \u201enormalen&#8220; Bev\u00f6lkerung besteht nur noch in der Wahl von Politikern, die f\u00fcr gewisse Tendenzen bei der Auswahl von Entschei\u00addungsalternativen stehen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/bruno-gomiero-jp7J14W9sSg-unsplash-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3960\" width=\"512\" height=\"342\"\/><figcaption>(Foto: Unsplash)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Als Flora ihrer Begleiterin bei der Dateneingabe zusieht, wird sie von einem h\u00fcbschen, gleichaltrigen M\u00e4dchen angesprochen. Es wirkt viel sauberer und ordentlicher als alle an\u00adderen Menschen, die Flora bisher gesehen hat. Das M\u00e4dchen stellt sich als Diane vor und fragt, was sie dort tun. Daraufhin erkl\u00e4rt Flora, dass sie aus einer anti-digitalen Kommune kommen und hier ihre Daten einpflegen. Es entspinnt sich eine Unterhaltung, die von Di\u00adanes interessierten Nachfragen getrieben wird. Flora und ihre Begleiterin beschreiben, dass sich ihr Leben dahingehend von dem in der Stadt unterscheide, dass sie selbst ihre Lebensmittel produzierten und nicht von technischen Ger\u00e4ten abh\u00e4ngig seien, was sich Diane kaum vorstellen kann. Sie stamme aus einem Habitat hier in der Stadt, einer Gated Community, in der das Leben g\u00e4nzlich anders sei. Sie berichtet von der Arbeit ihrer Eltern, Freizeitaktivit\u00e4ten und dem Leben im Habitat der Privilegierten. Schlie\u00dflich l\u00e4dt sie Flora und ihre Begleiter ein, ihnen ihr Habitat zu zeigen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">In der Gated Community: Gesundheit, Pflege und Wohnen<\/h4>\n\n\n\n<p>Auf dem Weg erz\u00e4hlt Diane, dass sie, sobald sie ihr Habitat verl\u00e4sst, mit ihrem hohen Social Score und ihrer Erscheinung auff\u00e4llt. Es gebe einige Menschen, die versuchten, gegen die Ungerechtigkeiten dieses Zwei-Klassen-Systems vorzugehen, oftmals mit Ge\u00adwalt gegen\u00fcber den Privilegierten, was wiederum dazu f\u00fchre, dass diese sich noch mehr aus dem gew\u00f6hnlichen Alltag zur\u00fcckz\u00f6gen. Die Ungleichheiten basieren ma\u00dfgeblich da\u00adrauf, dass viele der Nicht-Privilegierten sehr hart f\u00fcr sehr wenig Geld arbeiteten &#8211; nicht selten in Jobs, die zu unrentabel seien, um von Robotern oder anderweitig automatisiert ausgef\u00fchrt zu werden. Die meisten h\u00e4tten jedoch gar keine Arbeit und seien auf die staat\u00adliche Grundversorgung angewiesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im weiteren Gespr\u00e4ch erf\u00e4hrt Flora, dass der Social Score der Privilegierten auch deswe\u00adgen automatisch h\u00f6her ist, da auch sie der totalen \u00dcberwachung in ihren Habitaten ent\u00adgehen k\u00f6nnen. Allerdings sind der hohe Score und ein bestimmtes Verm\u00f6gen Grundlage, um in diesen Habitaten leben zu d\u00fcrfen. Die Kinder, die in die privilegierte Schicht hinein\u00adgeboren werden, sind genetisch designte Wunschkinder. Alles kann vorentschieden wer\u00adden und sie kommen mit den besten k\u00f6rperlichen und geistigen Voraussetzungen zur Welt. Im Gegensatz zur Normalbev\u00f6lkerung k\u00f6nnen die Privilegierten in den Habitaten \u00fcber ihre Vitaldaten und ihre medizinischen Daten, die \u00fcber verschiedene k\u00f6rperinterne und externe Sensoren sowie andere intelligente Technik aufgenommen werden, h\u00f6here Beitragss\u00e4tze selbst bestimmen. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Normalbev\u00f6lkerung hat die M\u00f6glichkeit, die Basis\u00adversorgung, die an strenge Kriterien der Krankenkassen gebunden ist, durch die Bereit\u00adstellung zus\u00e4tzlicher Daten auszubauen. Ab einem gewissen Beitragssatz erfolgt zudem die Prognostik automatisch und die medizinische Versorgung und Pflege ist insgesamt viel besser. Au\u00dferdem erh\u00f6ht sich durch wesentlich teurere und ges\u00fcndere Nahrung die Le\u00adbenserwartung in den privilegierten Habitaten. Flora erf\u00e4hrt zudem, dass die Arbeitszeit vieler Privilegierter vergleichsweise niedrig ist, aber gleichzeitig exorbitant entlohnt wird. Au\u00dferdem sind hochqualifizierte Besch\u00e4ftigungen meist ortsunabh\u00e4ngig aus\u00fcbbar. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/chris-fowler-a11UCbr5qdM-unsplash-683x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3961\" width=\"342\" height=\"512\"\/><figcaption>(Foto: Unsplash)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend Diane erz\u00e4hlt, passieren sie Industrieanlagen, in denen gerade Schichtwechsel ist, Hochhaus-Ghetto-Siedlungen und den Umschlaghafen, bis sie schlie\u00dflich das Habitat erreichen. Wie das Habitat, das sie auf dem Land gesehen hat, ist Dianes Nachbarschaft von einem hohen Zaun umgeben. Hier ist die intelligente \u00dcberwachungstechnik allerdings so gut wie unsichtbar. Als der alte Transporter zum Stehen kommt, ist eine Einheit des Sicherheitspersonals schon zur Stelle. Allein aufgrund von Dianes Anwesenheit und dank ihrer Erkl\u00e4rung kommt eine genauere Kontrolle von Flora und ihren Begleitern \u00fcberhaupt erst in Frage. Dem H\u00e4ndler wird der Zutritt auf Basis seines Social Scores sofort verwei\u00adgert, bei Flora und ihrer Begleiterin aus dem Reservat dauert die \u00dcberpr\u00fcfung allerdings l\u00e4nger. Es stellt sich heraus, dass ihre Identit\u00e4t zwar festgestellt werden kann, dass das intelligente Einlasssystem vom nicht vorhandenen Social Score jedoch verwirrt ist. Auch Bewegungsanalyse und Gesichtserkennung f\u00fchren zu keinem eindeutigen Ergebnis. Aus den Daten, die \u00fcber die beiden existieren, l\u00e4sst sich einfach kein stimmiges Bild konstru\u00adieren. Das Personal verweigert auch ihnen den Zugang.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf dem Weg zur\u00fcck nach Hause denkt Flora lange \u00fcber ihre Begegnung mit Diane nach. Sie ist sich bewusst, dass sich die beiden wohl nie wieder treffen werden, da sie keine M\u00f6glichkeit hat, den Kontakt herzustellen. Gleichwohl kommt sie zu dem Schluss, dass sich trotz v\u00f6llig verschiedener Lebensrealit\u00e4ten die Sichtweisen der Privilegierten, Nicht\u00adPrivilegierten und digitalen Aussteiger auf die herrschenden Umst\u00e4nde nicht g\u00e4nzlich un\u00adterscheiden.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Synthese<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Synthese ist eine Auswertung der beiden Szenarien hinsichtlich der Einflussfaktoren (Welches sind die treibenden Kr\u00e4fte im Szenariofeld?) und des Zukunftsraums (Wie h\u00e4n\u00adgen die Szenarien zusammen und welche Kr\u00e4fte wirken?). Sie dient einer Fokussierung auf Entwicklungen, die positiv oder negativ beeinflussbar sind. Zieht man die Geschwin\u00addigkeit des technischen und sozialen Wandels der letzten 30 Jahre in Betracht, wird deut\u00adlich, dass eine detaillierte Prognose \u00fcber den Zustand in Rheinland-Pfalz um das Jahr 2050 kaum m\u00f6glich ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine der ma\u00dfgeblichen Erkenntnisse des Workshops besteht darin, dass trotz mangelnder Prognosef\u00e4higkeit \u00fcber den Einsatz der Technologien in der Zukunft negative oder posi\u00adtive Entwicklungen stark von der Aktivit\u00e4t bzw. Passivit\u00e4t der Akteure aus Politik und Wirt\u00adschaft abh\u00e4ngen. Ebenfalls auff\u00e4llig ist, dass im Workshop bei den Zukunftsszenarien hin\u00adsichtlich Digitalisierung und K\u00fcnstlicher Intelligenz keine Technikfantasien entworfen wur\u00adden, sondern gesellschaftliche Entwicklungen im Vordergrund standen. Dies war f\u00fcr die Ausarbeitung der Szenarien ein wichtiger Impuls, der best\u00e4tigt, dass Technik nie auf nur eine bestimmte Art genutzt werden kann, sondern dass es sich um einen sozio-techni\u00adschen Komplex handelt, dessen Potenzial f\u00fcr das Gemeinwohl sich durch einen verant\u00adwortungsvollen Umgang entfalten kann. <\/p>\n\n\n\n<p>Aus den Szenarien l\u00e4sst sich ableiten, dass Herausforderungen bedingt durch Klimawan\u00addel und damit zusammenh\u00e4ngend Bev\u00f6lkerungszuwanderung f\u00fcr die Bundesrepublik und auch f\u00fcr Rheinland-Pfalz erwartet werden. Diese Integrations- und Klimafragen sind nicht direkt mit KI und Digitalisierung verbunden, k\u00f6nnen aber hinsichtlich der Auswertung ver\u00adschiedener Daten relevant werden, beispielsweise was die Vorhersehbarkeit von Flucht\u00adbewegungen, den Katastrophenschutz und Steuerungssysteme in Land- und Forstwirt\u00adschaft (D\u00fcrre, Hochwasser etc.) angeht. <\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Herausforderungen werden aufgrund der zunehmend \u00e4lteren und nach Einkom\u00admen polarisierten Bev\u00f6lkerung im Bereich der medizinischen Versorgung und Pflege vor\u00adhergesehen. Andere, momentan nicht absch\u00e4tzbare Entwicklungen und Fortschritte liegen zudem in der Gentechnik, die ebenfalls indirekt mit KI zusammenh\u00e4ngt. Da Genetik und ihre Integration in andere Technik- und Lebensbereiche in der Zukunft wichtige Themen sein werden, sind sie hier der Vollst\u00e4ndigkeit halber genannt, werden jedoch im weiteren Verlauf nicht vertieft.<\/p>\n\n\n\n<p>Als gro\u00dfe Gefahr wurde im dystopischen Szenario eine gesellschaftliche Ent-Differenzie\u00adrung in zwei Klassen gesehen, die sich r\u00e4umlich in der Marginalisierung des l\u00e4ndlichen Raums reifiziert und bedingt wird durch die Vorherrschaft monopolistischer Wirtschafts\u00adkonzerne mit einer Zentralisierung \u00f6konomischer Kreisl\u00e4ufe.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/karsten-wurth-karsten-wuerth-UbGYPMbMYP8-unsplash-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3963\"\/><figcaption>(Foto: Unsplash)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Wird angenommen, dass sich RLP 2050 in einer durch digitale Technologien und intelli\u00adgente Algorithmen beeinflussten Welt befindet, so lassen sich im \u201eglokalen&#8220; Kontext doch Gestaltungen von Technik erkennen. Aus der Utopie geht hervor, dass durch die bewusste Abkehr von privatwirtschaftlichen Prinzipien bei Infrastrukturen der Daseinsvorsorge, durch die Verpflichtung zu Transparenz und durch die Schaffung supranationaler Organi\u00adsationen der Einfluss monopolistischer und zentralistischer Strukturen einged\u00e4mmt wer\u00adden konnte. Da im Idealfall Algorithmen mit Bezug zu \u00f6ffentlichen Belangen als \u00f6ffentli\u00adches Gut betrachtet werden, ist es sinnvoll, Gremien einzusetzen, die Algorithmen und neu eingef\u00fchrte Technologien hinsichtlich der Gesetzeslage sowie ethischer und morali\u00adscher \u00dcberlegungen bewerten und \u00fcberwachen. In der Dystopie wurde verpasst, die ak\u00adtuellen globalen Superplayer (beispielsweise Google, Facebook, Amazon) durch interna\u00adtionale Richtlinien und Vorgaben zu regulieren. Zudem wurde ihre wirtschaftliche St\u00e4rke basierend auf Technologien der Datenanalyse und -verwertung gef\u00f6rdert, indem man ihnen uneingeschr\u00e4nkten Zugriff auf die auch f\u00fcr das Gemeinwohl angedachten Daten\u00adsysteme erlaubte, womit diese ihre urspr\u00fcnglich soziale Funktion verloren. Entscheidend ist ferner, dass die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger erfahren und mitbestimmen, welche Daten mit wem geteilt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus den Szenarien kann abgeleitet werden, dass es Vorteile hat, wenn die Daten dem Gemeinwohl dienen, und dass sie beispielsweise im Bereich der Krankenversicherung nicht f\u00fcr Sanktionen benutzt werden d\u00fcrfen. Ein verantwortungsvoller Umgang mit Daten basiert auf aufgekl\u00e4rten Entscheidern, informierten B\u00fcrger*innen und der Unterst\u00fctzung durch \u201eb\u00fcrgersch\u00fctzende Regeln&#8220;, die Missbrauch grunds\u00e4tzlich erschweren. Diese Auf\u00adkl\u00e4rung und Beratung wurde in der Utopie von einer unabh\u00e4ngigen \u00f6ffentlichen Stelle \u00fcbernommen, die f\u00fcr alle Bev\u00f6lkerungsgruppen ansprechbar ist (Verdacht eines Leaks und Probleme mit Systemen und Technologien). Diese Anlaufstellen, die auch auf Face\u00adto-Face-Kontakten beruhen, w\u00fcrden zudem die Einf\u00fchrung des E-Governments erleich\u00adtern, da sie helfen, \u00c4ngste abzubauen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Potenzial eines datengetriebenen Verwaltungssystems erleichtert die Arbeit in den Kommunen (siehe Utopie), da durch die intelligente Auswertung vorliegender Daten Entscheidungsempfehlungen, Vergleiche mit \u00e4hnlichen Vorhaben und Dringlichkeiten zu Rate gezogen werden k\u00f6nnen und damit ein Gro\u00dfteil der b\u00fcrokratischen Prozesse vereinfacht werden kann. Politiker und B\u00fcrgermeister haben damit mehr Zeit f\u00fcr die sozialen und stra\u00adtegischen Aufgaben innerhalb der Kommunen. Auch die Organisation der Vereinsarbeit und anderer ehrenamtlicher T\u00e4tigkeiten kann durch ein datenbasiertes, intelligentes Sys\u00adtem erleichtert werden. Eine vorstellbare Form des Ehrenamts w\u00e4re das in der Utopie verwendete \u201eK\u00fcmmern&#8220;, unter anderem nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe. <\/p>\n\n\n\n<p>Als wichtige Pfeiler f\u00fcr die Attraktivierung des l\u00e4ndlichen Raums als Wohn- und Lebens\u00admittelpunkt gelten der Breitbandausbau und Mobilit\u00e4tsangebote sowohl im Bereich der Lo\u00adgistik als auch im Personenverkehr. Eine gro\u00dfe Chance f\u00fcr die Kommunen kann die intel\u00adligente dezentrale und nachhaltige Energieversorgung darstellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus dem \u00dcberwachungsszenario der Dystopie, insbesondere dem Social Scoring, das bereits in Teilen Chinas praktiziert wird, l\u00e4sst sich ableiten, dass das Potenzial des freien Internets und vor allem das von Social Media umgekehrt werden kann. An die Stelle von Meinungsfreiheit und freiem Online-Journalismus entwickelten sich die Plattformen durch Fake News, Filterblasen, Angst und Unsicherheit zu Instrumenten der \u00dcberwachung und missbr\u00e4uchlichen Steuerung. <\/p>\n\n\n\n<p>Es ist schwierig, aus den Szenarien \u00fcber die Entwicklung von Arbeit Aussagen abzuleiten. Je nach Branche ist eine Losl\u00f6sung von einem festen Arbeitsplatz mit flexiblen Arbeitszei\u00adten mehr oder weniger wahrscheinlich. Es wird weiterhin Berufsbilder mit fester, geregelter Arbeitszeit geben. Eine \u00c4nderung in der Nachfrage nach Kompetenzen statt Wissen bei den Arbeitskr\u00e4ften ist vorstellbar und damit zusammenh\u00e4ngend auch eine Anpassung der Aus- und Weiterbildung hin zu einem erleichterten lebenslangen Lernen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Szenarien zeigen, dass f\u00fcr eine an Lebensqualit\u00e4t und sozialer Teilhabe ausgerichtete Gesellschaft die aktive Gestaltung der sozio-technischen Transformation notwendig ist. Daf\u00fcr bedarf es informierter Entscheidungstr\u00e4ger und Beteiligungsprozessen auf den ver\u00adschiedenen r\u00e4umlichen Ebenen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background has-very-light-gray-background-color\" style=\"padding-left: 45px; padding-right: 45px;\"><a href=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Auswirkung_K\u00fcnstliche_Systeme_2019_Web.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-3841\" style=\"width: 150px; float:right; margin-left: 45px;\" src=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/KI-Studie-Titelseite.jpg\" alt=\"\"><\/a><em>Dieser Beitrag ist ein Auszug aus der \u201eGutachterlichen Stellungnahme zu den Auswirkungen k\u00fcnstlicher Systeme und der Digitalisierung auf das kommunale Leben in Rheinland-Pfalz 2050\u201c. Die gesamte Studie steht unter <a href=\"https:\/\/ea-rlp.de\/earlpdigital2019\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><b>ea-rlp.de\/earlpdigital2019<\/b><\/a> zum Download als <a href=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Auswirkung_K\u00fcnstliche_Systeme_2019_Web.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><b>PDF<\/b> (88 Seiten, 18 MB)<\/a> bereit.<\/em><br><br>\n<a href=\"https:\/\/ea-rlp.de\/?p=3915\"><b>Auszug 1<\/b> \u2013 K\u00fcnstliche Intelligenz: Konzepte und Technologien<\/a><br>\n<a href=\"https:\/\/ea-rlp.de\/?p=3913\"><b>Auszug 2<\/b> \u2013 F\u00fcnf Beispiele: Chancen durch KI in Landwirtschaft, Gesundheit, Ehrenamt, Tourismus und Mobilit\u00e4t in RLP<\/a><br>\n<a href=\"https:\/\/ea-rlp.de\/?p=3911\"><b>Auszug 3<\/b> \u2013 Szenarien f\u00fcr Rheinland-Pfalz: Zwischen Dystopie und Utopie<\/a><br>\n<br>\n<a href=\"https:\/\/ea-rlp.de\/earlpdigital2019\">Zusammenfassung<\/a><br><br>\n<div class=\"wp-block-file aligncenter\"><a href=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Auswirkung_K\u00fcnstliche_Systeme_2019_Web.pdf\">Studie: Auswirkungen K\u00fcnstliche Systeme 2019<\/a><a href=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Auswirkung_K\u00fcnstliche_Systeme_2019_Web.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In zwei Szenarien beschreiben Experten beispielhaft, wie sich Digitalisierung und K\u00fcnstliche Systeme auf kommunales Leben auswirken k\u00f6nnten: einer utopischen Variante und einer dystopischen.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":3963,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6,11,16,32],"tags":[276,303,605,968],"class_list":["post-3911","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-digitalisierung","category-klimaanpassung","category-news","category-partner","tag-digitalisierung","tag-dystopie","tag-kuenstliche-intelligenz","tag-utopie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neu.ea-rlp.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3911","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/neu.ea-rlp.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/neu.ea-rlp.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neu.ea-rlp.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neu.ea-rlp.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3911"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/neu.ea-rlp.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3911\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neu.ea-rlp.de\/index.php\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neu.ea-rlp.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3911"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/neu.ea-rlp.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3911"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/neu.ea-rlp.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3911"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}