{"id":6600,"date":"2020-08-26T20:06:31","date_gmt":"2020-08-26T18:06:31","guid":{"rendered":"https:\/\/ea-rlp.de\/?p=6600"},"modified":"2020-08-26T20:06:31","modified_gmt":"2020-08-26T18:06:31","slug":"ornament-und-farbe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neu.ea-rlp.de\/index.php\/2020\/08\/26\/ornament-und-farbe\/","title":{"rendered":"Ornament und Farbe: das Traditionshaus der Sektkelterei Geiling in Bacharach"},"content":{"rendered":"\n<p>Was bewegt ein Nordlicht und einen Pf\u00e4lzer, an den Rhein zu ziehen und hier ein Unternehmen zu gr\u00fcnden? Der Impuls und Wunsch, einem historischen Baumaterial eine zweite Chance und damit ein Revival zu schenken!<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/VIA-Geba\u2560eude\u252c\u00aeVIA-GmbH-kl-1024x614.jpg\" alt=\"Hinter der \u00fcber 100 Meter langen schloss\u00e4hnlichen Fassade in Bacharach lagern heute kunstvoll hergestellte Zementmosaik- und Terrazzoplatten und finden Ausstellungen, Schulungen und Veranstaltungen statt. (Foto: Via GmbH, Bacharach)\" class=\"wp-image-6609\"\/><figcaption>Hinter der \u00fcber 100 Meter langen schloss\u00e4hnlichen Fassade in Bacharach lagern heute kunstvoll hergestellte Zementmosaik- und Terrazzoplatten und finden Ausstellungen, Schulungen und Veranstaltungen statt. (Foto: Via GmbH, Bacharach)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Almut_Norbert_2019-1024x768.jpg\" alt=\"VIA-Gr\u00fcnder und Firmeninhaber Almut Lager und Norbert Kummermehr vor ihrem Wohnhaus in Kaub. (Foto: Via GmbH, Bacharach)\" class=\"wp-image-6602\" width=\"381\" height=\"NaN\"\/><figcaption>VIA-Gr\u00fcnder und Firmeninhaber Almut Lager und Norbert Kummermehr vor ihrem Wohnhaus in Kaub. (Foto: Via GmbH, Bacharach)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Mit feinem Gesp\u00fcr f\u00fcr die Verbindung von Kunst und Handwerk und entgegen aller Widerst\u00e4nde machte das Ehepaar Almut Lager und Norbert Kummermehr es sich zur Aufgabe, wieder mehr Farbe und Formenvielfalt in H\u00e4user und R\u00e4ume einziehen zu lassen. Innerhalb weniger Jahre schafften sie es, ein weltweit agierendes Familienunternehmen f\u00fcr die Produktion und den Vertrieb dekorativer Zementmosaik- und Terrazzoplatten aufzubauen. <\/p>\n\n\n\n<p>Ihren Anfang nahm die Erfolgsgeschichte im alten Schiefermahlwerk von Kaub, in das die junge Familie 2003 zog. W\u00e4hrend sie noch das ortspr\u00e4gende Industriedenkmal aus den 1940er Jahren von Grund auf sanierte und mit ihren farbenfrohen Mosaiken eine neue Wohn- und Arbeitswelt schuf, eroberten ihre Produkte die B\u00f6den und W\u00e4nde von L\u00e4den, Restaurants, Hotels, Kirchen und Wohnh\u00e4usern. Die hohe Nachfrage und stetige Erweiterung ihres Produktsortiments erforderte bald gr\u00f6\u00dfere Lagerkapazit\u00e4ten und Logistikfl\u00e4chen, weshalb das Unternehmen 2011 von Kaub ans andere Rheinufer zog. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Acr76944417120642060921-1024x370.jpg\" alt=\"Zeichnung des urspr\u00fcnglich fast doppelt so gro\u00df geplanten Geb\u00e4udes der Sektkelterei Geiling von 1912. (Foto: Via GmbH, Bacharach)\" class=\"wp-image-6610\"\/><figcaption>Zeichnung des urspr\u00fcnglich fast doppelt so gro\u00df geplanten Geb\u00e4udes der Sektkelterei Geiling von 1912. (Foto: Via GmbH, Bacharach)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/IMG_0904_sw-765x1024.jpg\" alt=\"(Foto: Via GmbH, Bacharach)\" class=\"wp-image-6605\" width=\"320\" height=\"NaN\"\/><figcaption>(Foto: Via GmbH, Bacharach)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Nur eine Gehwegbreite von der Bundesstra\u00dfe 9 und dem direkt daneben liegenden Bahndamm entfernt, wartete \u00fcber zehn Jahre lang das herrschaftliche Traditionshaus der Sektkelterei Geiling am s\u00fcdlichen Ortseingang von Bacharach darauf, wieder wachgek\u00fcsst zu werden. Doch dem alten, \u00fcber 100 Meter langen Geb\u00e4ude, das dem Firmengr\u00fcnder und Sektproduzenten Georg Geiling zur Lagerung und Veredelung lokaler Weine diente, hing der Geruch des Leerstands und Verfalls an. Das dunkel gestrichene Treppenhaus war schwarz verschimmelt und zwischen Verkehrs- und Bahnl\u00e4rm sowie dem bis an die R\u00fcckwand des historischen Geb\u00e4udekomplexes reichenden Berghang lag nichts als eine unfertige Geb\u00e4udeh\u00fclle. <\/p>\n\n\n\n<p>Herausforderung und Chance zugleich, denn das zwischen 1913 und 1921 als repr\u00e4sentatives Ch\u00e2teau gebaute Ensemble, dessen Fertigstellung die beiden Weltkriege verhinderten, stand unter Denkmalschutz und hatte gleichzeitig Potenzial f\u00fcr Ver\u00e4nderung und Erweiterung. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/VIA_Zementmosaikplatten_Ausstellung_242-683x1024.jpg\" alt=\"(Foto: Via GmbH, Bacharach)\" class=\"wp-image-6608\" width=\"320\"\/><figcaption>(Foto: Via GmbH, Bacharach)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>In der Eingangshalle h\u00e4ngt heute die Zeichnung des urspr\u00fcnglichen, fast doppelt so gro\u00df geplanten Geb\u00e4udeentwurfs, die ein Ehepaar beim Aufr\u00e4umen des Speichers fand und den Firmeninhabern schenkte. Statt Sekt lagern nunmehr Zementmosaik-, Terrazzo- und Trottoirplatten sowie Wandfarben in den langen Gew\u00f6lbeg\u00e4ngen, die von der 1.000 qm gro\u00dfen, neuen Glashalle aus in die ganze Welt geliefert werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Auch lebt der Repr\u00e4sentationsgedanke des Sekthauses weiter in den Ausstellungs- und B\u00fcror\u00e4umen. Am eindr\u00fccklichsten ist dies im Blauen Salon mit umlaufendem Stuckfries, korrespondierenden VIA-Bodenplatten und spektakul\u00e4rem Rheinblick zu erleben. Die Philosophie des Unternehmens weiter, doch nicht fertig zu bauen, l\u00e4sst Raum f\u00fcr zuk\u00fcnftige Ver\u00e4nderungen: gelebte Baukultur zwischen Altem und Neuem!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Nachgefragt: Weiterbauen im denkmalgesch\u00fctzten Bestand<\/h2>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/IMG_0447_sw-1024x765.jpg\" alt=\"(Foto: Via GmbH, Bacharach)\" class=\"wp-image-6604\" width=\"320\"\/><figcaption>(Foto: Via GmbH, Bacharach)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Der Charakter und die Identit\u00e4t von St\u00e4dten und D\u00f6rfern wird bestimmt durch \u00f6ffentliche Bauten und Wohnh\u00e4user, die im Verlauf der Zeit entstanden und dem jeweiligen Ort ein spezifisches Gesicht geben. Doch viele dieser alten Geb\u00e4ude finden heute keine neuen Eigent\u00fcmer und gewachsenen Strukturen droht der Leerstand und Verfall. Wir wollen wissen, was Menschen motiviert, in eine Bestandsimmobilie zu investieren und fragen Almut Lager und Norbert Kummermehr von VIA, was es braucht, um gebautes Erbe zu bewahren und gleichzeitig heutigen Anforderungen gerecht zu werden.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Hof\u252c\u00aeVIA-GmbH.jpg\" alt=\"(Foto: Via GmbH, Bacharach)\" class=\"wp-image-6603\" width=\"320\"\/><figcaption>(Foto: Via GmbH, Bacharach)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Was reizt Sie an Bestandsimmobilien?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Almut Lager:<\/strong>&nbsp;Anders als beim Entwurf f\u00fcr einen Neubau, ist bei einer Bestandsimmobilie bereits etwas da. Es l\u00e4sst sich sehen und ersp\u00fcren, was f\u00fcr ein Geb\u00e4ude es ist und zu welchem Zweck es erbaut wurde. Gerne erkunde ich das Bauwerk zu Beginn vom Keller bis zum Dach und schaue es mir so lange an, bis ich wei\u00df, was wichtig ist und was nicht. Ich erarbeite mir lieber ein Geb\u00e4ude, als dass ich es neu baue und f\u00f6rdere so verborgene Sch\u00f6nheit wieder zu Tage.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was war f\u00fcr Sie die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung beim behutsamen Weiterbauen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/VIA_Zementmosaikplatten_Ausstellung_136-1024x1024.jpg\" alt=\"(Foto: Via GmbH, Bacharach)\" class=\"wp-image-6607\" width=\"320\"\/><figcaption>Das Treppenhaus bewahrt den Originaleindruck und begr\u00fc\u00dft G\u00e4ste mit einem VIA Mosaik-Terrazzoboden. (Foto: Via GmbH, Bacharach)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Norbert Kummermehr:<\/strong><strong>&nbsp;<\/strong>Der Umgang mit der Vergangenheit. Um die Bestandsimmobilie an heutige, unternehmensspezifische Anforderungen anzupassen, war es erforderlich, Neues hervorzubringen und Geschichte als Kontinuit\u00e4t zu begreifen. Das Weiterbauen der Immobilie mit der Sprache unserer Zeit gelang mit einer Stahl-Glaskonstruktion. Durch die Helligkeit und Leichtigkeit der Anbauten konnte die Schwere der Bestandsimmobilie ausgeglichen und ein harmonisches Nebeneinander von Alt und Neu gefunden werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wer und was hat Ihnen geholfen bei Planung und Umbau?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Norbert Kummermehr:\u00a0<\/strong>Bei der Umsetzung wurde nicht der Weg der preisorientierten Ausschreibung gew\u00e4hlt, sondern die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit vertrauensw\u00fcrdigen Handwerkern. Der Baufortschritt wurde auf Sicht durchgef\u00fchrt. Dadurch konnte der Umbau sehr z\u00fcgig umgesetzt werden. Die Umbauzeit von weniger als 12 Monaten bei gleichzeitiger Budgeteinhaltung sprechen f\u00fcr sich.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Dieser Beitrag ist Teil der Publikationsreihe \u201eWir sind Heimat 2.0\u201c und erschien zuerst bei der <a href=\"https:\/\/www.zentrumbaukultur.de\/wir-sind-heimat\/wir-sind-heimat-20.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Stiftung Baukultur Rheinland-Pfalz<\/a>.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.zentrumbaukultur.de\/wir-sind-heimat\/wir-sind-heimat-20.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Logo-WsH-fuer-web-1024x267.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6509\" width=\"300\" height=\"79\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was bewegt ein Nordlicht und einen Pf\u00e4lzer, an den Rhein zu ziehen und hier ein Unternehmen zu gr\u00fcnden? 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