{"id":6796,"date":"2020-09-09T17:34:49","date_gmt":"2020-09-09T15:34:49","guid":{"rendered":"https:\/\/ea-rlp.de\/?p=6796"},"modified":"2020-09-09T17:34:49","modified_gmt":"2020-09-09T15:34:49","slug":"wie-bingen-die-landesgartenschau-nachhaltig-genutzt-hat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neu.ea-rlp.de\/index.php\/2020\/09\/09\/wie-bingen-die-landesgartenschau-nachhaltig-genutzt-hat\/","title":{"rendered":"Wie Bingen die Landesgartenschau nachhaltig genutzt hat"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bingen ist das s\u00fcdliche Tor zum Welterbe Oberes Mittelrheintal und ein eindrucksvolles Beispiel daf\u00fcr, wie eine Kleinstadt mit Hilfe einer Gro\u00dfveranstaltung einen nachhaltigen Stadtentwicklungsprozess vollzogen hat.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/LaGa-Bingen-2008-DSC_5936-Andrea-Schwappach-1024x675.jpg\" alt=\"F\u00fcr die Landesgartenschau 2008 wurde das gesamte Binger Rheinufer zwischen dem Autof\u00e4hranleger im Osten und den ehemaligen Gleisanlagen in Bingerbr\u00fcck im Westen der Stadt neu gestaltet. (Foto: Andrea und Jonas Schwappach)\" class=\"wp-image-6799\"\/><figcaption>F\u00fcr die Landesgartenschau 2008 wurde das gesamte Binger Rheinufer zwischen dem Autof\u00e4hranleger im Osten und den ehemaligen Gleisanlagen in Bingerbr\u00fcck im Westen der Stadt neu gestaltet. (Foto: Andrea und Jonas Schwappach)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2008 fand nach Kaiserslautern (2000) und Trier (2004) in Bingen die dritte rheinland-pf\u00e4lzische Landesgartenschau (LaGa) statt. 2011 folgte eine Bundesgartenschau (BuGa) in Koblenz und 2015 eine weitere Landesgartenschau in Landau in der Pfalz. F\u00fcr 2022 ist eine Landesgartenschau in Bad Neuenahr-Ahrweiler in Vorbereitung und mit der Ausrichtung der BuGa 2029 im Welterbe Oberes Mittelrheintal werden wichtige positive Impulse f\u00fcr die gesamte Region erwartet.<br>Grund genug f\u00fcr uns \u00fcber das eigentliche Ereignis \u201eGartenschau\u201c hinaus zu blicken und nachzufragen, was geblieben ist von der Landesgartenschau 2008 in Bingen. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/LaGa-Bingen-2008-DSC_6109-Andrea-Schwappach-1024x687.jpg\" alt=\"Kaimauern und gestaltpr\u00e4gende Elemente der ehemalige Hafenanlagen blieben erhalten. (Foto: Andrea und Jonas Schwappach)\" class=\"wp-image-6801\"\/><figcaption>Kaimauern und gestaltpr\u00e4gende Elemente der ehemalige Hafenanlagen blieben erhalten. (Foto: Andrea und Jonas Schwappach)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An sonnigen Tagen teilen sich heute Flaneure und Jogger die rund 1,7 Kilometer lange Rheinuferpromenade \u00f6stlich der Nahem\u00fcndung und tummeln sich Einheimische wie Besucher auf den weitl\u00e4ufigen Gr\u00fcnfl\u00e4chen, die sich westlich des Rhein-Nahe-Ecks zwischen Gleisanlagen, Rheinufer und Binger Loch mit dem M\u00e4useturm erstrecken. Die Wertsch\u00e4tzung des Areals kann nicht zuletzt der \u00fcberdurchschnittlichen Qualit\u00e4t der \u00f6ffentlichen Freianlagen zugeschrieben werden. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bau der Uferpromenade und Parkanlagen mit neuen Wegeverbindungen und der gr\u00f6\u00dfte Teil der angelegten G\u00e4rten wurden von Anfang an so geplant, dass sie auch \u00fcber den Zeitraum der Gro\u00dfveranstaltung hinaus erhalten bleiben. So wurden Kosten gespart und ein wichtiger Beitrag zur Nachhaltigkeit geleistet, denn nur wenige Elemente mussten zur\u00fcckgebaut oder f\u00fcr die Nachnutzungen angepasst werden. Die Nutzungsvielfalt ist geblieben und das Gartenschaugel\u00e4nde dient weiter als Park, Kulisse, Open-Air-B\u00fchne, Ort der Begegnung, Spielplatz, Jugendtreff, Museum, Galerie, \u201eKulturufer\u201c und vieles mehr \u2013 offen f\u00fcr alle und Aush\u00e4ngeschild einer Stadt, die seit 2008 von einem neuen Selbstbewusstsein befl\u00fcgelt ist, was nicht zuletzt die vielen Folgeprojekte \u00f6ffentlicher und privater Bauherren bezeugen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/LaGa-Bingen-2008-DSC_6061-Andrea-Schwappach-1024x687.jpg\" alt=\"Zentraler Bereich des Landesgartenschaugel\u00e4ndes am Rheinufer von Bingen: Neben dem nachweislichen Erfolg der gut besuchten Landesgartenschau 2008, die mit 1,3 Millionen G\u00e4sten die erwartete Zahl um mehr als das Doppelte \u00fcbertraf, erfreut sich das rund 24 Hektar gro\u00dfe Areal heute gro\u00dfer Beliebtheit. (Foto: Andrea und Jonas Schwappach)\" class=\"wp-image-6800\"\/><figcaption>Zentraler Bereich des Landesgartenschaugel\u00e4ndes am Rheinufer von Bingen: Neben dem nachweislichen Erfolg der gut besuchten Landesgartenschau 2008, die mit 1,3 Millionen G\u00e4sten die erwartete Zahl um mehr als das Doppelte \u00fcbertraf, erfreut sich das rund 24 Hektar gro\u00dfe Areal heute gro\u00dfer Beliebtheit. (Foto: Andrea und Jonas Schwappach)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Nachgefragt: Nachhaltigkeit von Landesgartenschauen<\/h2>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/LaGa-Bingen-2020-\u252c\u00aejonasschwappach-8033-Ausschnitt-1024x668.jpg\" alt=\"Vizepr\u00e4sidentin der SGD Nord, Nicole Morsblech, im Interview mit der Autorin Andrea Schwappach. (Foto: Jonas Schwappach)\" class=\"wp-image-6805\" width=\"400\" height=\"NaN\"\/><figcaption>Vizepr\u00e4sidentin der SGD Nord, Nicole Morsblech, im Interview mit der Autorin Andrea Schwappach. (Foto: Jonas Schwappach)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend die alle zwei Jahre stattfindenden Bundesgartenschauen als nationale Kulturereignisse meist lange Planungszeiten und sehr hohe Investitionskosten mit sich bringen, die sich in der Regel nur gro\u00dfe St\u00e4dte oder Regionen leisten k\u00f6nnen, setzen Landesgartenschauen als Pendant regionale Schwerpunkte und M\u00f6glichkeiten der finanziellen F\u00f6rderung kleinerer St\u00e4dte auf Landesebene. Doch lohnen sich die M\u00fchen und Investitionen und was bleibt nach vielen Jahren Planung und sechs intensiven Festivalmonaten? Wir fragen Nicole Morsblech, Vizepr\u00e4sidentin der SGD Nord und Abteilungsleiterin f\u00fcr die Gesch\u00e4ftsstelle der Initiative Baukultur:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was braucht eine Stadt oder Region, um eine Gro\u00dfveranstaltung wie eine Landesgartenschau auszurichten? <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Morsblech:<\/strong> Eine Kommune muss sich den Herausforderungen der Planung, Umsetzung und Ausrichtung wie auch den Fragen der Nachnutzung des Veranstaltungsgel\u00e4ndes stellen: Es braucht Willen, fachliche Kompetenz und Visionskraft f\u00fcr eine langfristig angelegte und sozialvertr\u00e4gliche Stadtentwicklung. Das setzt die breite Unterst\u00fctzung der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft voraus \u2013 also der Bewohner, Gewerbetreibenden und Entscheider, die sich aktiv einbringen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/LaGa-Bingen-2020-\u252c\u00aejonasschwappach-8086-1024x681.jpg\" alt=\"Die Uferpromenade l\u00e4sst Besucher den Panoramablick der romantischen Landschaft vom Binger Loch mit M\u00e4useturm, Ruine Ehrenfels und Rheingebirge bis zum Rheingau und Taunusgebirge erleben. (Foto: Andrea und Jonas Schwappach)\" class=\"wp-image-6803\"\/><figcaption>Die Uferpromenade l\u00e4sst Besucher den Panoramablick der romantischen Landschaft vom Binger Loch mit M\u00e4useturm, Ruine Ehrenfels und Rheingebirge bis zum Rheingau und Taunusgebirge erleben. (Foto:  Andrea und Jonas Schwappach)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was ist geblieben von der LaGa 2008 und was hat sich f\u00fcr die Stadt Bingen ver\u00e4ndert?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Morsblech: <\/strong>Dass sich die Stadt Bingen 1998 nicht etwa f\u00fcr den Umbau der Hafennutzung entschied, sondern mit der radikalen Neuordnung der Bahn- und Industriefl\u00e4chen den nachhaltigen Strukturwandel vollzog, war weitsichtig, zukunftsweisend und hat Bingen den entscheidenden Wettbewerbsvorteil gebracht: von Industrie und Warenumschlag zu Handel, Dienstleistung und Tourismus. Die hochwertigen Freizeit- und Gr\u00fcnfl\u00e4chen wie auch Kultur- und Gastronomieangebote geben wichtige Impulse f\u00fcr weitere Entwicklung der Stadt und Region.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Hafen-Bingen-@SGD-Nord_DCP_6069-1024x683.jpg\" alt=\"Noch vor 20 Jahren pr\u00e4gten an gleicher Stelle Industrieanlagen und Hafennutzung das Bild. (Foto: SGD Nord)\" class=\"wp-image-6798\" width=\"400\"\/><figcaption>Noch vor 20 Jahren pr\u00e4gten an gleicher Stelle Industrieanlagen und Hafennutzung das Bild. (Foto: SGD Nord)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wo finden sich im Projekt die Ziele der Initiative Baukultur wieder? <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Morsblech: <\/strong>Eine der wichtigsten Aufgaben der Initiative Baukultur ist es, gut gebaute Beispiele zu publizieren: als Vorbild und \u201eMutmacher\u201c f\u00fcr weitere Vorhaben. Die LaGa Bingen wurde als herausragendes Projekt im Rahmen des ersten Wettbewerbs Bau- und Gartenkultur pr\u00e4miert und steht damit Pate f\u00fcr weitere engagierte Initiativen, die Antworten suchen auf Zukunftsthemen wie erneuerbare Energien und Klimawandel und gleichzeitig regionale Traditionen und ihre Bauten bewahren.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Dieser Beitrag ist Teil der Publikationsreihe \u201eWir sind Heimat 2.0\u201c und erschien zuerst bei der <a href=\"https:\/\/www.zentrumbaukultur.de\/wir-sind-heimat\/wir-sind-heimat-20.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Stiftung Baukultur Rheinland-Pfalz<\/a>.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.zentrumbaukultur.de\/wir-sind-heimat\/wir-sind-heimat-20.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Logo-WsH-fuer-web-1024x267.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6509\" width=\"300\" height=\"79\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bingen ist das s\u00fcdliche Tor zum Welterbe Oberes Mittelrheintal und ein eindrucksvolles Beispiel daf\u00fcr, wie eine Kleinstadt mit Hilfe einer Gro\u00dfveranstaltung einen nachhaltigen Stadtentwicklungsprozess vollzogen hat.<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":6799,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11,31,16,21],"tags":[146,147,614,896],"class_list":["post-6796","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-klimaanpassung","category-kommunales-wissen","category-news","category-vor-ort","tag-bingen","tag-binger-gaerten","tag-landesgartenschau","tag-stiftung-baukultur"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neu.ea-rlp.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6796","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/neu.ea-rlp.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/neu.ea-rlp.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neu.ea-rlp.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neu.ea-rlp.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6796"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/neu.ea-rlp.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6796\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neu.ea-rlp.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6796"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/neu.ea-rlp.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6796"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/neu.ea-rlp.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6796"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}