{"id":7672,"date":"2020-11-27T18:01:20","date_gmt":"2020-11-27T17:01:20","guid":{"rendered":"https:\/\/ea-rlp.de\/?p=7672"},"modified":"2020-11-27T18:01:20","modified_gmt":"2020-11-27T17:01:20","slug":"baukultur-mit-liebe-zum-detail-historisches-schifferhaus-in-kaub","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neu.ea-rlp.de\/index.php\/2020\/11\/27\/baukultur-mit-liebe-zum-detail-historisches-schifferhaus-in-kaub\/","title":{"rendered":"Baukultur mit Liebe zum Detail: Historisches Schifferhaus in Kaub"},"content":{"rendered":"\n<p>Gegen\u00fcber der breiten Front der Simultankirche in Kaub, in Sichtweite zum Marktplatz mit Brunnen, dem breiten Haus der Apotheke und der B\u00e4ckerei, zieht ein dunkelrot leuchtendes schmales Haus mit diagonal gestreiften Fensterl\u00e4den die Blicke auf sich. Das helle Haus daneben f\u00e4llt dagegen erst beim N\u00e4herkommen auf, denn es versteckt sich hinter zwei schweren Kanonen und einem Ehrenmal mit Adler am Linden bestandenen Platz.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/02-Kaub_Hist_Schifferhaus-@-Dirk-Melzer-768x1024.jpg\" alt=\"Heute im Inneren vereint: Schiffer- und Rotes Haus. (Foto Dirk Melzer)\" class=\"wp-image-7676\"\/><figcaption>Heute im Inneren vereint: Schiffer- und Rotes Haus. (Foto Dirk Melzer)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Von der Au\u00dfenwand des rechten Hauses schaut ein steinerner Kopf auf die Passanten hinunter: Ein Fundst\u00fcck, welches der heutige Eigent\u00fcmer als 12-J\u00e4hriger im Patersberger Weinberg bei St. Goarshausen fand und mit nach Hause nahm. Bevor dieser gut geh\u00fctete Schatz viele Jahre sp\u00e4ter Teil des umgestalteten Historischen Schifferhauses in Kaub wurde, zierte er den Schreibtisch des Jungen und veranlasste ihn zu weiteren Recherchen. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/02-Kaub_Hist_Schifferhaus-@-Andrea-Schwappach-1024x683.jpg\" alt=\"Die Spolie eines Wandersmannes begr\u00fc\u00dft Passanten und die G\u00e4ste des Hauses. (Foto: Andrea Schwappach)\" class=\"wp-image-7675\"\/><figcaption>Die Spolie eines Wandersmannes begr\u00fc\u00dft Passanten und die G\u00e4ste des Hauses. (Foto: Andrea Schwappach)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Feder am Hut wies den in Stein gemei\u00dfelten Menschen als Wandersmann aus und die konische Form der R\u00fcckseite, die heute in der Wand des sanierten Schifferhauses verborgen ist, lie\u00df darauf schlie\u00dfen, dass es sich um den Abschlussstein aus dem Tor eines Barockhauses handelte. Die Geschichte der Spolie erz\u00e4hlt bereits viel \u00fcber den heutigen Eigent\u00fcmer und Vermieter des Historischen Schifferhauses: den Landschaftsarchitekten und Umweltingenieur Dirk Melzer. Denn ohne den unbedingten Willen, ein passendes Haus in Kaub zu finden, und den kreativen Impuls zur Sanierung und individuellen Gestaltung, w\u00e4ren die unterschiedlichen historischen Schichtungen, die das heutige Bild des Geb\u00e4udeensembles pr\u00e4gen, vermutlich nie zum Vorschein gekommen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/01-Kaub_Hist_Schifferhaus-@-Andrea-Schwappach-1024x683.jpg\" alt=\"Der Gro\u00dfvater von Dirk Melzer f\u00fchrte bis 1980 das Eisenwarengesch\u00e4ft Colonius in St. Goarshausen, aus dem einige Sammlerst\u00fccke wie auch das kolorierte Foto links \u00fcber dem Schreibtisch stammt. (Foto: Andrea Schwappach)\" class=\"wp-image-7674\"\/><figcaption>Der Gro\u00dfvater von Dirk Melzer f\u00fchrte bis 1980 das Eisenwarengesch\u00e4ft Colonius in St. Goarshausen, aus dem einige Sammlerst\u00fccke wie auch das kolorierte Foto links \u00fcber dem Schreibtisch stammt. (Foto: Andrea Schwappach)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Da auf den \u00fcblichen Immobilienplattformen nichts zu finden war, was Dirk Melzers Vorstellungen entsprach, schaute er nach Leerst\u00e4nden, schrieb auf, wo er was fand und kontaktierte den B\u00fcrgermeister von Kaub. Dieser vermittelte ihn an Hilde Kirdorf, Kapit\u00e4nstochter und Witwe eines Lotsen, deren Elternhaus am Markt leer stand. Zun\u00e4chst mietete Dirk Melzer das Haus und begann sich den Urspr\u00fcngen und vielen Schichten unterschiedlicher Jahrzehnte und Bewohner zu widmen: von den Jugendstilfenstern und L\u00e4den, dem Zementplattenboden im Eingang, der heute moosgr\u00fcn lackierten alten Treppe, der orange- gelben Bl\u00fcmchentapete auf Sperrholz, hinter der eine massive Wand mit Lehmputz auf Schilf zum Vorschein kam, bis zur fleischfarbenen Lambris, einer h\u00fcfthohen Holzverkleidung in der K\u00fcche. <\/p>\n\n\n\n<p>Durch die Bewahrung der Schichten des Alten, die \u00dcberlagerung von Materialien und Farben sowie das eklektizistische Miteinander von Einrichtungsgegenst\u00e4nden, Fund- und Sammelst\u00fccken, entstand ein Wohn- und Ferienhaus, welches das Gestern und Heute verbindet: Ein Fenster in die Geschichte gepaart mit zeitgen\u00f6ssischer Kunst und viel Liebe zum Detail!<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Dieser Beitrag ist Teil der Publikationsreihe \u201eWir sind Heimat 2.0\u201c und erschien zuerst bei der <a href=\"https:\/\/www.zentrumbaukultur.de\/wir-sind-heimat\/wir-sind-heimat-20.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Stiftung Baukultur Rheinland-Pfalz<\/a>.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.zentrumbaukultur.de\/wir-sind-heimat\/wir-sind-heimat-20.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ea-rlp.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Logo-WsH-fuer-web-1024x267.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6509\" width=\"300\" height=\"79\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gegen\u00fcber der breiten Front der Simultankirche in Kaub, in Sichtweite zum Marktplatz mit Brunnen, dem breiten Haus der Apotheke und der B\u00e4ckerei, zieht ein dunkelrot leuchtendes schmales Haus mit diagonal gestreiften Fensterl\u00e4den die Blicke auf sich. 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